Uni-AbsolventInnen aus Drittstaaten sollen in Österreich arbeiten dürfen
- By Martin Zinkner
- Veröffentlicht 02.08.10
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Viele Studierende in Österreich sind so genannte Drittstaatsangehörige. Das sind all jene Staatsbürger die weder in Österreich noch in einem EU-Land geboren sind. Wenn diese ihre Ausbildung an einer der österreichischen Universitäten oder Fachhochschulen haben müssen sie wieder in ihr Heimatland zurück und haben kaum eine Möglichkeit in Österreich zu bleiben. Diesen Umstand würde die derzeitige Wissenschaftsministerin Beatrix Karl gerne ändern.
Derzeit ist es für Uni-AbsolventInnen aus Drittstaaten nur möglich hier zu bleiben, wenn es sich um so genannte „Schlüsselkräfte“ handelt und sie aufgrund dessen eine Niederlassungsbewilligung bekommen. Bei dem Ganzen gibt es aber ein Problem: Schlüsselarbeitskräfte müssen ein Mindestgehalt von zumindest 2.640€ brutto bekommen. Praktisch ist das komplett illusorisch. Wer selbst Uni-Absolvent ist weiß, dass man als Berufseinsteiger niemals dieses Mindestgehalt bekommen wird.
Deswegen hat Beatrix Karl nun die Forderung vorgelegt, dass eine neue Kategorie für Berufseinsteiger geschaffen wird als: „Einsteigerschlüsselkraft“. Hier sollte auch ein niedriger Bruttolohn als Einstiegsgehalt zugelassen werden um eine Niederlassungsbewilligung zu bekommen.
Richtigerweise legt Karl dar, dass es überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass Österreich Studierenden aus Drittstaaten eine Ausbildung bezahlt (auch wenn diese meist eine Studiengebühr bezahlen müssen, außer es gibt mit dem betreffenden Staat ein Abkommen) und sie dann zurückschickt. Auch die soziale Komponente sollte nicht vergessen werden: Diese Menschen studieren hier jahrelang, integrieren sich total in ihr Umfeld (sprachlich, gesellschaftlich usw.) und müssen dann wieder zurück.
Nach wie vor haben viele Unternehmen Probleme qualifizierte MitarbeiterInnen zu bekommen. Vor allem in den Bereichen Technik, Produktion, Forschung und Entwicklung. Ein Grund mehr um gut integrierte Studienabgänger/innen auch im Land zu behalten.
Derzeit gibt es auch viele weitere Ideen wie Österreich zu qualifizierten Arbeitskräften kommt. Die ÖVP überlegt eine „Rot-Weiß-Rot-Card“ für Zuwanderer. Es sollen spezielle Regeln festgelegt werden um diese zu erhalten. Die Grünen sind wieder für ein Punktesystem wie in Kanada. Dort werden Punkte nach Kriterien wie Ausbildung und Sprachfähigkeiten vergeben.
Was auch immer gemacht wird: es ist zu begrüßen, dass die Wissenschaftsministerin Drittstaatsangehörigen mit einem österreichischen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss eine berufliche Perspektive in Österreich geben will. Bleibt zu hoffen, dass das auch umgesetzt wird.