Fachhochschulsektor soll laut Karl in den nächsten Jahren nicht weiter ausgebaut werden
- By Martin Zinkner
- Veröffentlicht 12.08.10
- , News
-
Bewertung:
Unbewertet
Seit der Einführung der ersten Fachhochschul-Studiengänge vor rund 15 Jahren erfreuen sich Fachhochschulen einer immer größeren Beliebtheit. Auch aus der Wirtschaft herrscht nach wie vor eine große Nachfrage an AbsolventInnen von Fachhochschul-Studiengängen. Aus diesem Grund sollte der Fachhochschulsektor sukzessive um 300 Studienplätze pro Jahr ausgebaut werden. Dieser Ausbau wird jetzt von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl gestoppt.
Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung kann der bislang gültige FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan nicht weiter umgesetzt werden. Grund dafür ist die notwendige Budgetkonsolidierung des Bundes.
Der derzeit gültige FH-Entwicklungsplan mit der jährlichen Steigerung um 300 Plätze läuft dieses Jahr aus. Falls weitere Mittel aufgetrieben werden, ist eine Steigerung um 100 Plätze für das Studienjahr 2011/12 vorgesehen. Ansonsten stagniert in den nächsten Jahren der FH-Sektor.
Der neue FH-Plan soll noch diesen Sommer vorgelegt werden. Die Wissenschaftsministerin wird darin den Schwerpunkt vor allem auf die qualitative Weiterentwicklung der Fachhochschulen legen. Darunter sind z.B. Konzentration der bestehenden Einrichtungen oder Fördermaßnahmen für Studierende mit Migrationshintergrund und Behinderung zu verstehen. Weiters soll der Frauenanteil im technischen Bereich erhöht werden; berufsbegleitende Studienangebote gefördert werden und das Bildungssystem durchlässiger gemacht werden.
Aktuell gibt es rund 36.000 Studienplätze und rund 300 verschiedene Studiengänge an den Fachhochschulen in Österreich. Der Ausbau des Fachhochschulsektors bedeutet auch eine Entlastung für die Universitäten.
Da sich jetzt schon abzeichnet, dass sich die Situation an den Fachhochschulen und Universitäten ab Herbst deutlich verschlechtern wird, haben die ÖH und verschiedene Studentengruppen bereits Streiks und Protestaktionen ab Herbst angekündigt.