Das Jus-Studium soll mehr Wirtschaftskompetenz vermitteln
- By Martin Zinkner
- Veröffentlicht 30.08.10
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Die letzte, teilweise noch immer andauernde, Finanzkrise hat es mit sich gebracht, dass derzeit viele Gerichtsverfahren mit einem wirtschaftlichen Hintergrund anhängig sind. Deshalb fordern jetzt namhafte Professoren für Juristik, dass das Jus-Studium jetzt gemäß den heutigen Notwendigkeiten angepasst wird.
Wirtschaft, egal ob Volks- oder Betriebswirtschaft, war bislang während des Jus-Studiums nur ein am Rande erwähntes Thema. Zukünftige Staats- und Rechtsanwälte, die sich mit solchen Fällen beschäftigen, benötigen aber auch ein Spezialwissen in diesen Bereichen. Dazu gehören Dinge wie: Bilanzierung, Bilanzrecht oder auch Bankenrecht. Weil die allgemeine Ausbildung während dem Jus-Studium aber sehr umfangreich ist, kommt eine Spezialausbildung z.B. im wirtschaftlichen Bereich zu kurz.
Warum diese Forderung gerade jetzt kommt hat zwei Hintergründe:
Die derzeitigen Staatsanwälte sind mit den vielen anhängigen Wirtschaftsverfahren mehr als überlastet. Deshalb hat die Bundesregierung auch versprochen, dass die Ressourcen zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität erhöht werden. Aber eine Erhöhung alleine ist zuwenig, wenn es schlicht keine ExpertInnen für Wirtschaftsrecht gibt, die man z.B. als Staatsanwälte für Wirtschaftsfälle einschalten kann.
Wie das Ganze umgesetzt werden soll, da sind sich derzeit auch die ExpertInnen noch nicht ganz einig. Wird die Spezialausbildung erhöht, so leidet natürlich die allgemeine Ausbildung darunter. Auf was man hier verzichten kann ist derzeit noch unklar.