Vor kurzem wurden die Eckpfeiler für das Budget 2011 bekannt gegeben. Die gute Nachricht darin: die Universitäten sollen pro Jahr 80 Millionen mehr erhalten. Die schlechte: Bei den Studierenden sollen rund 130 Millionen eingespart werden!

Diese Einsparung ergibt sich laut ÖH aufgrund der Herabsetzung des Bezugsalters bei der Familienbeihilfe. Konnte man bisher bis zum 26. Lebensjahr die Familienbeihilfe beziehen (bei Absolvierung des Präsenz- oder Zivildienstes sogar bis zum 27. Lebensjahr), so sollen Studierenden künftig nur noch bis zum 24. Lebensjahr die Familienbeihilfe erhalten.

Laut ÖH studieren derzeit rund 325.000 Personen an den österreichischen Universitäten, Fachhochschulen oder Pädagogischen Hochschulen. Rund 1/3 dieser Studierenden (ca. 103.000) sind auch jetzt schon über der Altersgrenze von 26. bzw. 27. Jahren. Von den verbliebenen rund 222.000 Studierenden sind rund ein weiteres Drittel (ca. 73.000 Studierende) derzeit nicht bezugsberechtigt. Gründe sind bspw. die Nationalität der Studierenden oder weil sie keinen Leistungsnachweis erbracht haben. Von den verbliebenen rund 151.000 Studierenden werden laut ÖH künftig weitere 43.000 Studierende keine Familienbeihilfe bekommen. Dadurch ergibt sich für das Finanzministerium laut ÖH eine jährliche Ersparnis von 2.685,90 Euro pro betroffenen Studierenden.

Diese setzt sich aus der Streichung der Familienbeihilfe ab 24. Jahren, der Streichung der 13. Familienbeihilfe bei Studierenden sowie der Streichung des Kinderabsetzbetrages zusammen. Von der Streichung der 13. Familienbeihilfe sind übrigens sogar rund 106.000 Studierende betroffen.

Eingeführt werden sollen diese Kürzungen ab Anfang 2011.

Unklar ist derzeit auch noch, wie es mit anderen Vergünstigungen aussieht. So ist das verbilligte Semesterticket teilweise (z.B. in Wien) an den Bezug der Familienbeihilfe gekoppelt. Derzeit gibt es auch noch keine Aussagen der Regierung, wie es mit der Mitversicherung der Kinder über 24. Jahre aussieht, oder was mit der Waisenpension (Bezug derzeit auch bis 26. Jahre) aussieht.  Außerdem wurde auch noch keine Aussage dazu getätigt, ob bei Absolvierung eines Präsenz- oder Zivildienstes der Bezug der Familienbeihilfe bis zum Erreichen des 25. Lebensjahres gewährt wird.

Für die Studierenden ist klar, dass der Bezug der Familienbeihilfe bis zur Absolvierung des Studiums sehr schwierig ist. Da ein Bachelor- und Masterstudium zusammen fünf Jahre dauern, muss man mit 19. Jahren ein Studium beginnen und beide in Mindeststudiendauer absolvieren. Wer das nicht schafft wird vor allem in der Studienabschlussphase vor ein finanzielles Problem gestellt. Auch wenn rund 200 Euro im Monat nicht viel klingen, so muss man diesen Betrag dennoch zunächst einmal verdienen.

Aufgrund der Sparmaßnahmen bei den Studierenden, hat die ÖH eine Vielzahl an Protestaktionen dazu in ganz Österreich angekündigt. Wer die Kürzung der Familienbeihilfe ebenfalls nicht hinnehmen möchte, sollte sich an seiner Universität informieren, wo solche Aktionen stattfinden und sich daran beteiligen.