Seit einigen Jahren nun schon gibt es die Bachelor-Ausbildung im Zuge des Bologna-Prozesses in Österreich. Statt des alten zweigliedrigen Systems Magister-Doktor gibt es nun das dreigliedrige Bachelor-Master-Phd.
Immer mehr Studierende schließen mit dem Bachelor ab und fragen sich dann, was sie damit machen können? In der Wirtschaft ist dieser Titel nachwievor kaum anerkannt oder überhaupt bekannt. Die Jobchancen mit einem Bachelor sind verschwindend gering. Deshalb wählen viele Studierende gleich den Weg eines anschließenden Masterstudiums. Gegenüber den früheren Magisterstudien die meist vier Jahre dauerten, verlängert sich so die Studiendauer um ein Jahr. Falls man alles in Mindestzeit schafft. Ein Umstand der jetzt im Zusammenhang mit der Verkürzung der Bezugsdauer der Familienbeihilfe auf 24 Jahre gar nicht so unwesentlich ist.
Von Seiten der Regierung versucht man Aufklärungsarbeit über den Wert eines Bachelors für die Wirtschaft zu betreiben. Jedoch ist jetzt rund um den Bachelor eine neue Diskussion ausgebrochen, da der Bachelor im Bundesdienst kein akademischer Grad ist. In der Privatwirtschaft stellen sich natürlich viele die berechtigte Frage, warum sie den Bachelor anerkennen sollen, wenn es der Bund auch nicht macht? Wenn Bachelor-Absolventen derzeit eine Stelle nach ihrem Abschluss finden, so werden sie vielfach nur als Maturanten bezahlt. Für die Absolventen stellt sich dann aber die Frage, warum sie zumindest drei Jahre mehr in ihre Ausbildung absolviert haben, wenn sie dann gleichviel verdienen wie nach der Matura?
Wissenschaftsministerin Beatrix Karl wünscht sich hier natürlich eine Anerkennung. Aber sie verweist gleich wie die Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auf die leeren Staatskassen. Sprich: der Staat kann es sich schlicht nicht leisten Bachelor-Absolventen als Akademiker anzustellen. Vor allem im Bereich der Lehrer würden viele berufsbegleitend studieren. Müssten all diese Staatsbediensteten dann als Akademiker bezahlt werden, würden laut Heinisch-Hosek enorme Kosten auf den Staat zukommen. So bleibt es zunächst bei der Ungleichbehandlung der Akademiker im Staatsdienst.
Studierendenvertretungen und die Gewerkschaft fordern natürlich die baldige Abschaffung dieser Ungleichbehandlung, damit der Bund mit gutem Beispiel für die Wirtschaft vorangeht.
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