Was studierst du? Soziologie? Um was gehts da? Aha, ja und was hat das ganze jetzt mit Tieren zu tun? Diese Anektote hat mir einmal ein Freund erzählt, der ebenfalls Soziologie studiert. Soziologie ist zwar ein bekannter Begriff, aber die wenigsten können damit spezifisch wirklich was anfangen. So ging es auch mir, nachdem ich mich dazu entschlossen habe, Soziologie als Zweitfach zu studieren. Soziologie in einem Satz zu erklären ist schwierig. Versucht man es doch, so könnte man vielleicht sagen, dass es um alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens in Gemeinschaften und Gesellschaften geht. Im Gegensatz dazu spezialisieren sich andere Sozialwissenschaften immer spezifisch auf gewisse Aspekte des Sozialen.
Soziologie zu Studieren ist an sich eine sehr spannende und lohnende Sache. Und es ist sicher nicht so das "Freizeit- und Spaßstudium" wie es früher den Ruf hatte. Nach einer generellen Einführung in die verschiedensten Theorien und Methoden gibt es eine Vielzahl an Gebieten auf die man sich Spezialisieren kann. Bei den Theorien lernt man speziell Systemtheorie, interpretative- und auch feministische Theorien. Bei den Methoden alles von Fragebogenerstellung, Interviewführung, Auswertung dieser erhobenen Daten durch Statistik oder anderen Möglichkeiten. Hier wird es sicher nicht langweilig. Gelernt wird das ganze nämlich nicht nur theoretisch, sondern es ist auch gefordert, dass du das alles praktisch einsetzt, und in schriftlichen Arbeiten umsetzt. Das sind aber meistens ganz gute Erfahrungen und lockern den Unialltag auf. Wann hat man den sonst schon die Möglichkeit durch Parks zu laufen und wildfremde Menschen um das Ausfüllen von Fragbögen zu bitten? Der Zeitaufwand für das ganze darf jedoch nicht unterschätzt werden. Neben den Stunden die man an der Universität verbringt muss mit sehr viel Zeit gerechnet werden, die zu Hause investiert werden muss. Nachdem diese Arbeiten meistens auch nur in Gruppenarbeiten durchgeführt werden, erfordert das ganze auch gute Koordinationsaufgaben und man darf sich dann nicht wundern, wenn man am Samstagabend zusammensitzt und mit seiner Gruppe Daten auswertet anstatt auszugehen. Das sollte jedoch eher die Ausnahme sein;) Auch die Eingabe von erhobenen Daten aus Fragebögen in ein Statistikprogramm kann sehr lange dauern und langweilig sein, oder das Abtippen von Intervwies die du geführt hast. Dafür ist aber die Auswertung umso spannender und interessanter.
Vorraussetzungen, die du für ein solches Studium mitbringen solltest sind:- Interesse am Zusammenleben von Menschen,
- Gruppenarbeitsfähigkeit,
- Interesse an Statistik,
- Kreatives Denken,
- Gute Beobachtungsgabe,
- Keine Scheu vor Menschen usw.
Gesamt kann das Studium sicher als lohnend gesehen werden. Vor allem der gute Mix aus Theorie und praktische Umsetzung macht es sehr interessant. Und auch Jobchancen sind durchaus vorhanden. Viele Absolventen arbeiten in der Markt- und Meinungsforschung oder ähnlichen Bereichen, in privaten Forschungseinrichtungen und auch in Firmen wo es darum geht Systemabläufe zu evaluieren und zu verbessern. Eine "Nebenwirkung" des Soziologiestudiums kann sein, dass du alles und jede Situation interpretierst und damit deine Mitmenschen nervst. Wie ein Soziologieprofessor zu Beginn meines Studiums gesagt hat: Achtung: Das Soziologiestudium verändert sie. Sie werden nach dem Studium nicht mehr dieselbe Person sein wie davor!