Die Kultur- und Sozialanthropologie beschäftigt sich in vergleichender
Perspektive mit der Vielfalt der Formen menschlichen Zusammenlebens an
verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten. In der Vergangenheit
galt die Aufmerksamkeit des Faches vor allem den einfach organisierten
und überschaubaren Gesellschaften außerhalb der industrialisierten Welt.
Heute stehen vielfach die mit Kolonialismus, Globalisierung und den
weltweiten Migrationsströmen der Gegenwart verbundenen Prozesse, wie
etwa die Redefinition von Identitäten und kulturellen Abgrenzungen, im
Mittelpunkt der Forschung. Zugleich werden die klassischen Themen
lokalkultureller Interaktionen, Organisationsformen und Weltbilder
weiterentwickelt, und die intensive Feldforschung mit der Methode der
"teilnehmenden Beobachtung" bleibt ein definierendes Merkmal des Faches.

Genauso wie die Diszplin kaum Grenzen kennt, ist auch das
Bachelorstudium breit gefächert. Als Student/in bekommst du im
Bachelorstudium viele einführende Einblicke und hast aber zugleich die
Möglichkeit, dich während deines Studiums zu spezialisieren. Diese
fachliche Vielfalt an Methoden, Paradigmen und Theorien, Themen und
Regionalgebieten lässt dir eine große Freiheit beim Planen deines
Studiums, bedeutet aber auch, dass du viel Eigeninitiative und Biss
aufbringen musst, wenn du vor lauter Bäumen nicht den Wald außer Augen
verlieren möchtest. Nach dem Bachelorstudium kannst du ein aufbauendes
Masterstudium beginnen. Zurzeit bietet die Studienprogrammleitung
Kultur- und Sozialanthropologie ein allgemeines Masterstudium Kultur-
und Sozialanthropologie und das Joint-Masterstudium Cultural Differences
and Transnational Processes an. Alternativ kannst du dich gleich als
Bachelorabsolventin oder -absolvent in den Arbeitsmarkt stürzen. Das
Studium ist zwar keine Berufsausbildung für einen bestimmten Beruf,
dafür stehen dir als Absolvent/in viele mehr oder weniger mit der
Kultur- und Sozialanthropologie verwandte Berufsfelder offen, auf die
dich bereits die Module der Wahlmodulgruppe "Anwendungsorientierte
Forschungsfelder" im Bachelorstudium vorbereiten sollen. So kannst du
dich etwa in Flüchtlingsarbeit, Entwicklungszusammenarbeit,
internationale Einsätze, Friedens- und Konfliktarbeit, Ausstellungs- und
Medienarbeit, in die Bereiche Tourismus und Gesundheit und viele andere
Berufsfelder vorwagen.