Warum soll ich den überhaupt eine oder mehrere Fremdsprachen lernen? Eine Frage die sich viele stellen. In der Grund- und Mittelschule ist es meist eine mühsame Pflicht neben dem Deutsch, das ja schon schwierig genug ist, auch noch eine, oder mehrere Fremdsprachen zu lernen. Natürlich gibt es auch immer wieder SchülerInnen die das doch recht gern machen.
Heute leben wir in einer Europäischen Union mit 27 Mitgliedsländern. Österreich führt zu keinem Nachbarstaat mehr Grenzkontrollen durch. Der wirtschaftliche, kulturelle und auch der sprachliche Austausch über die Grenzen hinweg ist in den Grenzregionen ganz normal geworden.
Englisch wird als Fremdsprache sowieso schon vorausgesetzt. Vielfach ist man auch der Meinung das man nicht mehr braucht. Aber so einfach ist es nicht. Nicht überall ist Englisch so verbreitet. Und nicht jeder kann Englisch auf dem gleichen Niveau. Deswegen ist es wichtig, wenn man zu einem Land, durch Arbeit/Urlaub oder anderen Ursachen, besonders häufig Kontakt hat, auch die Sprache dieses Landes zu können. Besonders internationale Firmen und Konzerne legen großen Wert auf große Sprachkenntnisse. Wie wir alle sicher schon oft festgestellt haben: Spricht mich jemand in meiner Muttersprache an, so wird eine große Brücke geschlagen. Spreche ich jemanden im Ausland mit der jeweiligen Muttersprache an, so wird diese Person viel zugänglicher sein. So findet man viel leichter Anschluss am sozialen und kulturellen Leben im Ausland.
Aber welche Fremdsprache neben Englisch lernen? Das ist eine nicht immer ganz zu beantwortende Frage. Vielfach wird sicher die Antwort kommen: Französisch, Italienisch, Spanisch. Warum aber nur immer die großen Sprachen lernen? Durch die Kenntnisse einer kleinen Sprache kann ich später einen großen Vorteil im Berufsleben haben. Es kommt halt immer ganz darauf an was ich vorhabe. Möchte ich mich einmal beruflich in Spanien niederlassen so ist es sicherlich gut Spanisch zu lernen. Habe ich vor, einmal ein Erasmusjahr in Frankreich zu verbringen dann lerne ich natürlich Französisch. Möchte ich aber vielleicht einmal für eine Firma arbeiten, die große Exporte nach Polen durchführt, so ist es sicher kein Fehler wenn ich Polnisch lerne.
Bleibe ich in Österreich und wohne in einer Grenzregion, so ist es sicher kein Fehler wenn ich die Sprache des Nachbarlandes lerne, die mir am nächsten ist. In Niederösterreich bieten sich beispielsweise Tschechisch und Slowakisch an. Im Burgenland natürlich Ungarisch. Lebt man in einem Gebiet, das historisch eine Sprachminderheit beheimatet, so ist es sicherlich gut und eine große Chance, wenn man die Minderheitensprache lernt (etwa Slowenisch in Kärnten oder Kroatisch im Burgenland), auch wenn man vielleicht der Sprachminderheit selbst nicht angehört. Gerade bei diesen Sprachen hat man die Chance, dass man sie auch einfach so im Alltag verwenden kann. Das ist eine sehr große Chance. Auch sonst ist es ja heute so, dass viele Freunde haben, die einen Migrationshintergrund haben. Das kann natürlich auch eine Chance darstellen deren Muttersprache zu lernen.
Generell sollte man bei den Sprachen über die Grenzen hinaus denken. Deutsch wird zwar in der EU von den meisten Personen als Muttersprache gesprochen, ist aber ansonsten weltweit nicht so wichtig. Durch die EU und ihre vier Freizügigkeiten ist es möglich, dass man sich überall auf dem Gebiet der Union niederlässt und dort arbeitet. Schon beim Studieren ist es so, dass man die Chance hat durch Erasmus herum zu kommen. Aus alle diesen Gründen, und noch vielen mehr, sollte nicht darauf vergessen werden Sprachen zu lernen. Es kann einem später sehr viel bringen.