Im Jahre 1987 wurde das studentische Austauschprogramm „ERASMUS“ gegründet. Benannt wurde das Programm nach Erasmus von Rotterdam, einem berühmten Humanisten des 15. Jahrhunderts, steht aber auch für eine Abkürzung: European Region Action Scheme for the Mobility of University Students.   Durch dieses Programm haben mittlerweile mehr als zwei Millionen Studierende aus Europa daran teilgenommen.

Jetzt sollen auch die europäischen Schüler mobil werden:

Damit ERASMUS funktioniert ist es notwendig, dass die im Ausland absolvierten Lehrveranstaltungen auch im Inland angerechnet werden. Schüler können ja derzeit nur an eigenen Mobilitätsprogrammen teilnehmen. Damit sie jetzt auch generell an Auslandsaufenthalten teilnehmen können werden Schüler ab 16 Jahren ab dem nächsten Schuljahr (2010/2011) jetzt auch in das ERASMUS-Programm aufgenommen. Ihnen ist es ab dann auch möglich für 3-10 Monate im Ausland ihre Schulzeit zu verbringen. Seitens der EU wird das „individuelle Schülermobilität“ genannt. Insgesamt nimmt die EU dafür 2,6 Millionen Euro in die Hand. Österreich wird davon 150.000 Euro erhalten. Aus diesem Geld sollen auch die Zuschüsse finanziert werden.

Einzige Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Schule, die man besucht, auch am Comenius Bildungsprogramm der EU teilnimmt oder teilgenommen hat. Untergebracht sollen die Schüler bei Gastfamilien werden.

Im Gegensatz zu dem studentischen ERASMUS, wo schon mehr als 30 Länder teilnehmen, ist das Schülerprogramm derzeit auf 13 EU-Staaten beschränkt: Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Schweden, Spanien, Tschechien und der deutschsprachige Teil von Belgien.

Franck Biancheri, einer der Mitbegründer von ERASMUS, sagt heute über das Austauschprogramm übrigens, dass er es für zu alt und für überholt ansieht. Seiner Meinung nach ist es zu wenig, wenn man für ein Programm 440. Millionen Euro ausgibt und dafür nur den Austausch der Studenten vereinfacht. Für ihn müsste die EU danach trachten, dass neuere und innovativere Ansätze entwickelt werden.


Quelle: orf.at