Belgien und Brüssel kennt jeder. Aber was weiß man den noch genaueres über dieses Land? Vielleicht noch das es ein Gründungsmitglied der EU war, oder das es ein Königreich ist. Und auch die Sprachenproblematik ist neuerdings wieder bekannter. Aber Belgien ist es wert, dass man noch viel mehr darüber weiß und erfährt. Ein Besuch oder Studienaufenthalt kann nur sehr empfohlen werden.
Hier ein paar grundlegende Informationen zu Belgien:
Belgien ist ein Königreich das an Deutschland, Niederlande, Luxemburg und Frankreich angrenzt. Auch wenn das Land mit 30.000km² recht klein ist, ist es doch sehr dicht besiedelt und weißt mehr als 10,5 Millionen Einwohner auf. Interessant ist Belgien vor allem wegen seiner Mehrsprachigkeit: Neben Französisch und Deutsch ist auch Deutsch in manchen Regionen eine anerkannte Amtssprache. Die Hauptstadt von Belgien heißt Brüssel. Brüssel ist ja zugleich auch Sitz vieler EU Institutionen wie der Kommission oder dem EU-Parlament, was Belgien natürlich auch sehr für an der EU interessierte StudentInnen interessant macht. Seit 1921 ist Belgien in drei Sprachzonen eingeteilt: Flandern, wo Niederländisch gesprochen wird
Wallonie, wo Französisch gesprochen wird, und
Teile von Ostbelgien, wo Deutsch gesprochen wird. Dieses Gebiet kam erst mit dem Ersten Weltkrieg zu Belgien.
Bildung:
Gesamtstaatlich sind nur sehr wenige Angelegenheiten des Bildungswesens geregelt. Die einzelnen Sprachgemeinschaften Belgiens sind für die Bildungsangelegenheiten weitgehend selbst zuständig. Nur Minimalstandards des Wissens, Pensionen für Lehrer sowie die Schulpflicht zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr sind gesamtstaatliche Bestimmungen. Im Flandern lernt man üblicherweise Französisch als erste Fremdsprache. In der Wallonie gibt es oft das Angebot Niederländisch zu lernen. Nachdem die deutschsprachigen Gebiete an die Wallonie angrenzen, wird dort schon ab der ersten Schulstufe Französisch gelehrt.
Universitäten:
Durch den Bologna Prozess ist das belgische Hochschulwesen heute weitgehend vereinheitlicht worden. Davor war es auch im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Sprachgemeinschaft. Es gibt zwei Hochschultypen:
Ansonsten sind beide Hochschultypen gleichwertig. Sie verleihen auch die gleichen Abschlüsse.
Eine deutschsprachige Universität gibt es in Belgien nicht. Im deutschsprachigen Bereich kann man nur Studiengänge absolvieren. Für die Zulassung an einer Universität muss man deshalb entweder Niederländisch oder Französisch können.
Bewerbung an Universitäten in Belgien:
Durch Bologna reicht die österreichische Hochschulreife als Voraussetzung für ein Studium an einer belgischen Universität. Je nachdem, ob man eine Flämische oder Wallonische Universität besuchen möchte, muss man ausreichende Sprachkenntnisse nachweisen. Wer einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang oder (Zahn-)Medizin studieren möchte muss eine Aufnahmeprüfung machen. Erste Anlaufstelle für die Aufnahme ist immer die jeweilige Universität, für die man sich interessiert. Hier erfährt man alles über das Aufnahmeprozedere.
Kosten:
In Belgien gibt es Studiengebühren. Diese betragen 500€ für ein jedes Semester. Als EU-Bürger ist man gleichgestellt und zahlt auch nicht mehr.
Anerkennung von Prüfungen:
Durch Bologna sollte die Anrechnung von Prüfungen und anderen Studienleistungen kein Problem darstellen.
Visum:
Nachdem Belgien Teil der EU ist, genügt ein gültiger Personalausweis um nach Belgien einzureisen. Wer einen längeren Aufenthalt in Belgien plant, muss sich bei der Kommunalverwaltung melden. Dann erfolgt der Eintrag ins Ausländerregister.
Krankenversicherung:
Wer eine österreichische Krankenversicherung hat, für den sollte es auch kein Problem sein in Belgien Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Um sich komplett abzusichern sollte man sich vor dem Studienbeginn mit seiner Krankenkasse absprechen.
Erasmus:
Belgien nimmt auch am Erasmusprogramm statt. Wer sich für einen Austausch von einem oder zwei Semestern interessiert, der sollte sich an seiner Universität darüber informieren, welche Universitäten in Belgien an dem Programm teilnehmen.