Bei den aktuellen Studentenprotesten wird auch immer wieder der Bologna Prozess kritisiert. Der reine Bachelorabschluss wird nachwievor von fast niemanden in Österreich als erstrebenswert angesehen. Auch die Arbeiterkammer hat dazu eine aktuelle Umfrage vorgelegt.
Laut dieser Studie ist dieser Titel für die Mehrheit der Österreicher ein Titel ohne Wert. Laut dieser Umfrage sagen 38% dass man mit diesem Abschluss keine Berufschancen hat; 35% meinen dass man damit durchaus gute Berufschancen erwarten kann. Ein Viertel der Befragten trauten sich kein Urteil zu.
Dieser Umstand führt dazu, dass fast alle AbsolventInnen ein Masterstudium an den Bachelorstudiengang anhängen, der wieder 2 Jahre dauert. Für den Bachelor sind in der Regel 3 Jahre vorgesehen. Dadurch erhöht sich die Mindeststudiendauer auf 5 Jahre, gegenüber den 4 Jahren, die für die davor angebotenen Diplomstudiengänge vorgesehen waren.
Die Bologna-Erklärung wurde vor mittlerweile 10 Jahren unterzeichnet. Ihm gehören derzeit 46 Staaten an. Ziel ist eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse in Europa. Studierende kritisieren aber die faktische Verlängerung der Studiendauer sowie die starren Lehrpläne, die einen Besuch von andern Lehrveranstaltungen praktisch unmöglich macht.
Die Umfrage der Arbeiterkammer, die unter rund 1.000 Personen durchgeführt wurde, hat auch gezeigt, dass die Bachelor- und Mastergrade in der Bevölkerung noch sehr unbekannt sind. Ungefähr 40% konnten mit diesen Begriffen nichts anfangen. Nur rund 25% waren gut informiert.
Aufgrund dieser Umfrage fordert die Arbeiterkammer auch eine Informationskampagne unter Schüler, Studierenden, Eltern und Unternehmen sowie eine Reform der Studienpläne, damit individuelle Wahlfreiheit wieder im größeren Maße möglich ist.
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