Der Lebenslauf – Aufbau und Umfang
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Laut Aussagen von Personalverantwortlichen verschiedener Unternehmen und Branchen sollte der Umfang eines Lebenslaufs drei DIN-A4 Seiten nicht übersteigen. Berufseinsteiger sollten sogar versuchen, sich auf zwei Seiten zu beschränken. Natürlich wächst die Länge des Lebenslaufs mit steigender Berufspraxis. In diesem Fall sind drei Seiten dann auch in Ordnung und gerechtfertigt.
Mitarbeiter der Personalabteilung haben in der Regel wenig Zeit. In der Kürze, die sie für die Durchsicht einer Bewerbung aufwenden (können), sollten alle relevanten Informationen auf einen Blick ersichtlich sein. Bewerbungen, die auf den ersten Blick nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen, landen oft ungelesen auf dem Absagestapel. Auch Bewerbungen, deren Lebenslauf fehlerhaft, unübersichtlich oder schlichtweg zu lang ist, werden negativ bewertet und aussortiert.
Aufbau des Lebenslaufs
Der Lebenslauf wird, sofern nicht anders gewünscht, tabellarisch aufgebaut. Auf Fließtexte sollte man verzichten, da das Lesen zu viel Zeit in Anspruch nimmt – Zeit, die Personaler meistens nicht haben. Außerdem ermöglicht ein Fließtext eine so strukturierte Übersicht wie ein tabellarischer Lebenslauf.
- Persönliche Daten (Name und Anschrift – Geburtsdatum, Familienstand sowie Nationalität und Religionszugehörigkeit dürfen, müssen aber nicht angegeben werden.)
- Berufserfahrung (chronologisch unter Angabe des Unternehmens, der Position und der Schwerpunkte)
- Akademische und schulische Ausbildung
- Weitere Qualifikationen (z.B. Sprach- und IT-Kenntnisse, Zertifikate, Zusatzausbildungen etc.)
- Interessen (Hobbys)
- Datum, Ort und Unterschrift
Die einzelnen Stationen des Lebenslaufs sollten jeweils mit maximal fünf Stichpunkten belegen, was der Schwerpunkt bzw. das Hauptaufgabengebiet einer Tätigkeit war/ ist. Des Weiteren sollten Angaben zu vorhergegangen Jobs, Ausbildungen und dem Studium mit dem Namen des Arbeitgebers bzw. dem Namen der Hochschule und dem Ort versehen werden. Studien-, Ausbildungs- und Schulabschlüsse werden unter Angabe der Abschlussnote eingefügt. Auch hier ist Zeit wieder der limitierende Faktor. Müsste der Personalverantwortliche zunächst das entsprechende Zeugnis suchen, um die Note zu finden, mindern sich deine Chancen, weiterhin im Rennen um den Job zu bleiben, gewaltig.
Lebenslauf: klassisch oder amerikanisch?
Beim Aufbau des Lebenslaufs gibt es zwei Möglichkeiten, die sich durchgesetzt haben: Der klassische Lebenslauf und der amerikanische Lebenslauf.
Der klassische Lebenslauf enthält alle Daten in chronologischer Reihenfolge angefangen mit der ältesten Angabe. Der amerikanische CV hingegen führt den Werdegang chronologisch, angefangen mit der letzten Tätigkeit, auf.
Viele Personalverantwortliche bevorzugen inzwischen den amerikanischen Lebenslauf. Dieser zeigt auf einen Blick die aktuelle bzw. letzte Position eines Bewerbers, die ein wichtiges Kriterium für eine zu besetzende Stelle werden kann. Der klassische Lebenslauf ist aber keineswegs eine schlechtere Wahl. Hier spielt immer auch die persönliche Vorliebe eine Rolle.
Foto – ja oder nein?
Das Foto sollte oben rechts im Lebenslauf oder auf dem Deckblatt zu finden sein. Allerdings scheiden sich die Geister, ob man seiner Bewerbung ein Foto beilegen sollte oder nicht. Einige Unternehmen wünschen das Foto unbedingt, andere finden es überflüssig. In einigen Ländern ist das Foto in der Bewerbung überhaupt nicht mehr erwünscht.
Natürlich ergeben sich aus dem Weglassen des Fotos Vorteile. Kurzschlusshandlungen, die durch den ersten Eindruck entstehen, werden vermieden. Denn letztlich kann vom Aussehen eines Bewerbers nicht auf seine Qualifikation geschlossen werden. Andererseits ist das Foto in der Kommunikationsbranche und in Berufen mit hohem Kundenkontakt gewünscht. Bewerbungen, die kein Foto enthalten, haben hier oft schlechte Karten.
Die Frage nach dem Foto ist heikel und schwer zu beantworten. Eine eindeutige Aussage kann man hier nicht treffen. Die Entscheidung, ob der Bewerbung ein Foto beigelegt wird oder nicht, ist natürlich eine persönliche Entscheidung, aber auch vom Unternehmen und der Branche, in der du dich bewirbst abhängig.
Entscheidest du dich für ein Foto, gelten auch hier verschiedene Kriterien. Worauf es beim Erstellen des Bewerbungsfotos ankommt, erfährst du in unserem Artikel „Bewerbungsfoto – Dos & Don´ts“.
Und was ist sonst noch wichtig?
Genau wie das Anschreiben sollte auch der Lebenslauf auf jede Stellenanzeige individuell zugeschnitten werden. Vergleiche deinen Lebenslauf mit der Anzeige und überprüfe, ob du alle relevanten Informationen erfasst hast, ob überflüssige Informationen in deinem Lebenslauf oder ob vielleicht noch etwas fehlt.
Auch im Lebenslauf ist der richtige Ton wichtig. Was du auf jeden Fall berücksichtigen solltest: Schreib immer aktiv!
Du warst ein paar Monate arbeitslos? Grundsätzlich kein Problem, wenn die Formulierung stimmt. Schreib nicht, dass du arbeitslos warst, sondern stattdessen, dass du arbeitssuchend warst. Die Bedeutung ist zwar dieselbe, aber der aktive Charakter der Arbeitssuche wirkt weitaus positiver als der Begriff der Arbeitslosigkeit.
Korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie Zeichensetzung sollten selbstverständlich sein.
Bleib immer realistisch, schätze dein Können richtig ein, statt es zu überschätzen. Überschätzung findet häufig bei Sprach- und Computerkenntnissen statt. Nur wenn du eine Sprache wirklich fließend sprichst, solltest du diese Formulierung auch im Lebenslauf verwenden. Spätestens im Vorstellungsgespräch können deine Sprachkenntnisse auf die Probe gestellt werden – und dann kann es schnell zu einer unangenehmen Offenbarung kommen. Auch die Fähigkeit, für eigene Suchen das Internet zu nutzen macht dich noch nicht zu einem Experten auf diesem Gebiet. Sei ehrlich zu dir selbst und überlege, wo deine Stärken liegen.
Alle Jobs, Studienabschlüsse oder sonstige Tätigkeiten, die du in deinem Lebenslauf angibst, solltest du auch belegen können. Alle Nachweise werden der Bewerbung nur in Kopie beigelegt.
Damit du einen Eindruck gewinnst, wie ein Lebenslauf im klassischen Format oder im amerikanischen Format aussehen kann, haben wir für dich jeweils ein Beispiel erstellt.
Der amerikanische Lebenslauf – ein Beispiel
Der klassischen Lebenslauf – ein Beispiel