Zentrum für Fernstudien
Zentrum für Fernstudien

Medizinstudium in Österreich: Fällt die Quote?

Aktuell wird der Antrag auf Verlängerung der österreichische Quotenregelung, welche den Zugang zum Medizinstudium für ausländische Studenten festlegt, von der EU auf ihre Rechtmäßigkeit hin geprüft.

Seit 2006 gilt für das Medizinstudium in Österreich folgende Regelung: Jede Uni darf maximal 1.500 Studienplätze für Neu-Studierende in den Fächern Human- und Zahnmedizin vergeben. Von diesen sind 75% für österreichische Maturanten reserviert, 20% für EU-Bürger und 5% für Nicht-EU Bürger. Grund für die Einführung der Regelung war damals in erste Linie die hohe Zahl der sogenannten „Numerus-Clausus-Flüchtlinge“, die vor allem aus Deutschland zum Studium nach Österreich kamen.

Bekämpft wird die Quotenregelung seitdem von der EU-Kommission, welche sie als diskriminierend bezeichnet. Bis 2016 wurde Österreich deswegen folgendes Moratorium gewährt: Es muss nachgewiesen werden, dass die Quote notwendig ist, um die medizinische Versorgung des Landes zu gewährleisten. Ein Argument wäre in diesem Kontext zum Beispiel die Tatsache, dass viele der ausländischen Studenten das Land nach dem Studium wieder verlassen und dementsprechend nicht genügend Fachpersonal im Land bleibt.

Aber ist dieses Argument auch wirklich eine Tatsache? Zumindest nach einer Berechnung der Ärztekammer würde Österreich im Jahr 2030 rund 3.500 Ärztestellen fehlen. In einigen (vor allem ländlichen) Regionen wäre der Mangel allerdings stärker als in anderen, weswegen die Problematik nicht nur mit der absoluten Anzahl der Fachkräfte, sondern auch mit deren Verteilung im Land zu tun hat.

So oder so: Die Politik denkt bereits jetzt über mögliche Alternativen zur Quote nach. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Vergabe von Stipendien, die mit der Pflicht verknüpft sind, nach dem Ende des Studiums für einen bestimmten Zeitraum im Land zu arbeiten, oder das Schaffen von Anreizen, damit sich Ärzte in bestimmten Regionen niederlassen.

Empfiehl uns weiter: