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Contra Studienabbruch – Nicht alles ist unlösbar

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Pro Contra Studium abbrechenWann ist es ratsam, sein Studium abzubrechen? Und wann sollte man vielleicht doch durchhalten? Wir von studieren.at haben verschiedene Studenten befragt und eine Übersicht erstellt. Auf dieser Seite findest du Ratschläge, wann ein Studienabbruch vermeidbar ist. Wir haben allerdings auch Beispiele Pro Studienabbruch.

Contra Studienabbruch: Wenn man das Problem lösen kann

„Es hat mich zwar ein Semester Zeit und viel Aufwand gekostet, aber das war es auf jeden Fall wert“ sagt Christoph rückblickend über die Phase, in der er sein Studium abbrechen wollte. Grund waren finanzielle Probleme, in die er unverschuldet gerutscht ist. Erst hatte er sich im Skiurlaub das Bein gebrochen und dafür schon erhebliche Kosten aus eigener Tasche aufbringen müssen. Und dann löste sich seine WG auf und er fand kein neues WG-Zimmer, sondern musste in eine kleine Wohnung ziehen. „Mein sowieso schon tiefrotes Konto und dann auch noch die höheren Mietkosten waren für mich untragbar. Ich konnte mit diesem Schuldenberg nicht leben. Die Gelder, die reinkamen, waren innerhalb weniger Tage schon wieder weg und den Rest des Monats habe ich weitere Schulden produziert. Ich musste ja schließlich auch Essen und Trinken“ berichtet Christoph. Irgendwann sah er nur noch den Ausweg, das Studium abzubrechen und arbeiten zu gehen, um Geld zu verdienen. „Zum Glück habe ich mich aber vorher bei der Österreichischen Hochschülerschaft beraten lassen. Dort wurden mir verschiedene Möglichkeiten aufgezählt, wie ich finanzielle Unterstützung bekommen könnte, unter anderem aus dem Sozialfonds der ÖH. Das hat mir mein Studium gerettet“. Christoph erhielt einen Zuschuss zu den Mietkosten und eine einmalige Zahlung, mit der er sein Konto so ausgleichen konnte, dass die Zinsen nicht mehr alles weggefressen haben. Jetzt konnte er sich wieder auf sein Studium konzentrieren.

Contra Studienabbruch: Wenn man sich anders organisieren kann

Für Johanna war Max der Grund, warum sie fast ihr Studium abgebrochen hat. Mitten im Studium wurde sie schwanger, im vorletzten Semester kam ihr Kind dann zur Welt. „Natürlich war ich unfassbar glücklich über mein Baby, aber zugleich machte ich mir auch Sorgen, wie ich mein Studium nun zu Ende führen sollte. So ein Kind kann man ja nicht einfach für den halben Tag ausschalten und in der Zeit studieren gehen.“ Zunächst sah Johanna keinen anderen Ausweg und wollte ihr Studium abbrechen. Lieber erstmal in Ruhe für das Kind dasein, einen Job hätte sie später schon irgendwie bekommen, da war sie sich sicher. Oder gibt es doch einen Weg, Kind und Studium zu verbinden? „Ich habe mich bei vielen Institutionen beraten lassen, bin mit Baby im Arm vom Büro der Österreichischen Hochschülerschaft zur Psychologischen Studentenberatung und wieder zurück gegangen, habe Telefonate mit der Studienbeihilfenbehörde geführt und mit meinen Eltern zusammen einen Plan erstellt, wie das doch klappt mit Kind und dem erfolgreichen Studienabschluss.“ Ohne die Unterstützung ihrer Eltern hätte es nicht geklappt, das weiß Johanna. Ihre Mutter ist jede Woche für zwei Tage zu ihr in die kleine Studentenwohnung gezogen und hat auf Max aufgepasst. „Aber auch die offiziellen Beratungsstellen waren sehr hilfreich. Man kann nur jedem Studenten in Not raten, dort hinzugehen.“

Fazit: Es gibt oft Lösungsmöglichkeiten

Studienabbruch Ja NeinChristoph und Johanna haben sich gegen den Studienabbruch entschieden, weil sie aktiv waren und gehandelt haben. Hätte sich Christoph seinem Schuldenschicksal ergeben und Johanna ihr Leben nur noch auf Max ausgerichtet, wären Beiden in der Zukunft interessante persönliche und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten entgangen, weil sie keinen Studienabschluss haben. „Wer sich nicht hängen lässt, sondern sich aufrafft und gegen sein Problem ankämpft, der wird doppelt gestärkt aus der Krise hervorgehen“, ist sich Christoph sicher.