Protokolle

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UNI ABC auf studieren.atVor allem bei technischen Studienfächern sind Protokolle sehr wichtig und werden oft angefertigt. Aber was ist ein Protokoll? Der Definition nach soll ein Protokoll eine nachvollziehende Niederschrift sein. Das heißt, der Person die das Protokoll liest, muss es möglich sein das im Protokoll beschriebene nachzuvollziehen. So beispielsweise Arbeitsschritte um etwas herzustellen. Normalerweise soll das Protokoll nicht einem selbst, sondern anderen dienen. Es hat einen dokumentarischen Charakter. Deswegen nicht zu ausführlich werden beim Schreiben sondern immer etwas zurücknehmen.

Aber ein Protokoll ist nicht gleich ein Protokoll. Es gibt, je nach Verwendungszweck, unterschiedliche Arten.

Welche Protokollarten gibt es?

  • Verlaufsprotokoll: Dieses soll chronologisch strukturiert sein und möglichst nah an dem liegen, was dokumentiert wird. Alles was wichtig ist oder erscheint wird protokolliert.
  • Wörtliches Protokoll (Abschrift): Hier wird etwas wörtlich abgetippt. z.B. das Transskript eines Interviews. Der Detailierungsgrad der Abschrift richtet sich je nach Verwendungszweck (wird es veröffentlicht, ist es nur für mich selbst, wird die Abschrift bspw. hermeneutisch interpretiert). Je nach Verwendungszweck richtet sich auch die Gründlichkeit der Reinschrift.
  • Gedächtnisprotokoll: Dieses dient prinzipiell mir selbst, um mich an den Verlauf o.ä. zu erinnern. Das kann beispielsweise bei einer Forschung ganz wichtig sein. Auch wenn man glaubt sich sicher an etwas erinnern zu können, so ist das nach ein paar Tagen oft schon recht verschwommen. Aus diesem Grund sollte man unbedingt für wichtige Sachverhalte Gedächtnisprotokolle erstellen.
  • Beschlussprotokoll: Dieses wird in Gremien angefertigt um nachvollziehen zu können, wie bestimmte Beschlüsse zustande gekommen sind. Darin enthalten sind z.B.: Anwesende, Abstimmungsverhalten, Alternativen, usw.
  • Ergebnisprotokoll: Dabei handelt es sich um eine möglichst gestraffte und strukturierte Zusammenfassung der Ergebnisse. Wichtig ist es hierbei Wesentliches und Unwesentliches möglichst auseinander zuhalten.

Aber was nützt jetzt ein Protokoll an der Universität?

Funktion eines Protokolls an der Universität

In Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare) kann es ganz hilfreich sein ein Protokoll anzufertigen. In Seminaren kann es zum Beispiel dazu dienen, dass man selbst eine Gedächtnisstütze hat, oder jenen Studierenden die verhindert sind Informationen zukommen zu lassen, was sie versäumt haben. Besonders in Seminaren kann man in einer Lehreinheit vieles versäumen (Präsentationen, vorgestellte Methoden, Gastvortragende etc.). Deshalb bietet es sich gerade hier ganz besonders an.

Auch bei Gruppenarbeiten ist ein Protokoll ein wesentliches Instrument um den Prozess der Gruppenarbeit rekonstruieren zu können. Speziell bei empirischer Forschung weiß man oft nach ein paar Tagen schon nicht mehr, wie man auf ein spezielles Ergebniss gekommen ist. Kann bei der späteren Ergebnissdarstellung ganz wichtig sein. Auch sollten darin Ausmachungen und wichtige Meilensteine die zu erledigen sind festgehalten werden.

Was soll ein Protokoll enthalten?

Der inhaltliche Aufbau eines Protokolls richtet sich ganz nach dem Protokolltyp. wir richten uns hier jedoch nach so genannten Verlaufsprotokollen o.ä. Die beschriebenen Punkte sind deshalb nur Anregungen für alles was ein Protokoll enthalten kann, aber nicht muss. Mit der Zeit entwickelt man normalerweise ein Gefühl für alles was das Protokoll enthalten muss. Hilfreich ist es immer, wenn man sich selbst fragt, ob ich bei dem Protokoll alles nachvollziehen könnte. Immer davon ausgehen, dass die Person, die das liest, das Beschriebene Ereignis/den Ablauf….nicht kennt.

Protokollkopf:

Ganz wichtig ist es, ein Protokoll mit einem ausführlichen Protokollkopf zu beginnen! Darin kann enthalten sein:

  • Name der/des Protokollanten (an der Universität samt Matrikelnummer und Studienkennzahl)
  • Natürlich das Datum (des protokollierten Ereignisses)
  • Titel des Protokolls (an der Universität die Lehrveranstaltung, oder das protokollierte Ereignis…..)
  • Anwesende Personen
  • Organisatorische Vereinbarungen
  • Anhang zum Protokoll

Inhalt des Protokolls:

Wird z.B. ein Versuch protokolliert, so sind sämtliche Arbeitsschritte chronologisch geordnet anzuführen. Das sollte in der Weise erfolgen, dass der Protokollleser den Versuch prinzipiell nachvollziehen kann.

Wird an der Universität eine Vorlesung oder ein Seminar protokolliert, kann enthalten sein:

  • die bearbeiteten Themen
  • kurze Zusammenfassung, was der Inhalt der Themen war. Eventuell auch einen Verweis auf ein Handout machen, das verteilt wurde.
  • Welche Fragen sind offen geblieben?
  • Gab es eine Diskussion? Was waren die Hauptinhalte der Diskussion und wer hat sich daran beteiligt?
  • Eventuell Skizzen einfügen, die das Verständnis erleichtern.

Wie schon oben erwähnt, fragt man sich immer am Besten selbst, was man in einem Protokoll benötigt, um alles rekonstruieren zu können. Auch Kritik an der LV darf geübt werden. Dabei aber möglichst sachlich bleiben und eigene Meinung als solche kennzeichnen. Auch Kritik von anderen Teilnehmern darf dargestellt werden.

Wichtig ist es, dass Protokoll möglichst schnell anzufertigen. Umso länger das zu protokollierende Ereignis vergangen ist, umso schwieriger wird es alles richtig zu rekonstruieren. Auch während dem zu protokollierenden Ereignis schon möglichst viele Notizen machen, mit denen man alles rekonstruieren kann.

Wichtig ist eine übersichtliche Gliederung des Protokolls. Damit diese übersichtlich ist muss sie nicht zwingend chronologisch sein (bei bestimmten Ereignissen). Ist bei etwas der zeitliche Abläufe allerdings relevant, so ist das Protokoll auch so darzustellen. Auch Formatierung (Überschrift/Fettdruck/Absätze….) ist sehr wesentlich für ein gutes Protokoll.

Sollte etwas inhaltlich für das Protokoll unklar bleiben, unbedingt so schnell wie möglich jene Person kontaktieren, die diese Unklarheit auflösen kann.

Ein Protokoll muss nicht wie ein Essay geschrieben sein. Am besten kurze prägnante Sätze oder auch Halbsätze.

Auch in der Länge des Protokolls nicht übertreiben. Normalerweise reichen max. 4-5 Seiten. Natürlich richtet sich das ganze immer nach Struktur und Thema. Deshalb am besten einfach versuchen nicht zu detailliert zu beschreiben.