Rezension

« zurück zum Uni-ABC

UNI ABC auf studieren.atDie Rezension ist vermutlich nicht die leichteste Textsorte, wird aber an der Universität häufig verlangt um nicht nur zu sehen, ob ihr den Text gelesen habt, sondern ob ihr euch auch darüber Gedanken gemacht habt. An der Mittelschule geläufiger ist vermutlich der Begriff (Buch)kritik. Wo man auch schon bei der wichtigsten Aufgabe einer Rezension sind: eine Rezension soll Kritik üben. Das heißt jetzt aber nicht, dass man nur schlechte Sachen am Text suchen soll, sondern sowohl negative als auch positive Dinge hervorheben muss. Eine Rezension ist aber auch nicht nur eine Wiedergabe eures eigenen Geschmackes. Sicher könnt ihr auch Urteile über Schreibstil, politischer Orientierung des Autors usw. geben. Diese sollen aber auf alle Fälle begründet und mit Beispielen unterlegt sein. Reine Geschmacksurteile und Beurteilung über den Schreibstil kann man bei einer Buchkritik im Deutschunterricht geben. Wenn ihr aber eine wissenschaftliche Rezension schreibt, über einen wissenschaftlichen Text, so muss der Inhalt des Textes im Vordergrund stehen.

Eine gute Rezension besteht immer aus zwei Teilen:

  • Inhaltliche Darstellung: Was sind die Argumente des Autors? Wie hinterlegt er diese? Stellt er Thesen auf?
  • Eigene Stellungnahme: Was ist eure Meinung dazu? Macht der Autor Argumentationsfehler? usw.

Wichtig: Diese beiden Teile müssen auch immer klar getrennt ersichtlich sein. Das heißt, jemand der eure Rezension liest, muss wissen, was aus dem gelesenen Text stammt und was eure Meinung über den Text ist!

Eure Rezension muss einen möglichen Leser einen Anhaltspunkt geben, was ihn erwartet.

  • Ist es ein fehlerhaftes Buch/Text?
  • Was erwartet den Leser?
  • Soll der mögliche Leser sich das Buch kaufen oder besser nicht?
  • Was vermittelt der Text, das für einen wissenschaftlichen Bereich relevant ist; usw.

Ihr müsst euch immer nur denken, egal wer den Text liest muss wissen was ihn erwartet und warum er den Text/das Buch lesen soll. Ihr dürft nicht davon ausgehen, das der Lehrveranstaltungsleiter den Text sowieso kennt und er eh wissen muss, um was es in dem Text geht. Ihr müsst eine Rezension immer so schreiben, als ob der eventuelle Leser den Text noch nie gelesen hat. Und eine gute Rezension hebt dazu immer die guten wie auch die schlechten Teile des Textes/Buches hervor.

Eine Rezension sollte nicht zu lange sein. Versucht auf max. 2-3 Seiten den Text zu erklären und darzustellen. Alles was länger ist lesen viele potentielle Leser nicht mehr. Eine gute Rezension stellt den Inhalt des Buches kurz und prägnant dar.

Struktur einer Rezension

Setzt am Anfang immer das Buchzitat. Der Leser muss immer gleich wissen, um welches Buch es sich handelt.

Ein Beispiel ist:
Malle, Augustin (2005): Kirche und Kärntner Slowenen im 20. Jahrhundert. Zur Problematik des gesellschaftspolitischen Engagements von Geistlichen. in: Drobesch, Werner und Augustin Malle (Hg.) (2005): Nationale Frage und Öffentlichkeit. Klagenfurt: Mohorjeva Hermagoras. S. 219-248.

Prinzipiell braucht auch eine Rezension eine Einleitung

Ein paar Sätze könnt ihr zum Autor schreiben. Aber nicht zu ausführlich. Es interessiert kein wo der Autor aufgewachsen ist, wie sein wissenschaftlicher Werdegang war usw. Schreibt zum Autor das, was wichtig zum Text ist. Zum Beispiel wo er lehrt, was er beruflich macht usw.
Weiters gebt eine Einschätzung, ob der Text/das Buch: wissenschaftlich, journalistisch oder essayistisch geschrieben ist.

Im Hauptteil eurer Rezension geht ihr auf folgende Punkte ein

Was ist die Fragestellung, die das Buch/der Text behandelt?
Wie wird argumentiert?
Was sind die Thesen des Autors?
An wenn knüpft der Autor an, oder ist das eine eigenständige Arbeit?
Wie geht der Autor vor um seine Aussagen zu unterlegen (Methodik)?
Liefert der Text neue Erkenntnisse, oder fasst er nur andere Erkenntnisse zusammen?

Abschließend könnt ihr noch eine Gesamteinschätzung schreiben, um die Arbeit abzurunden

Um zu wissen, wie ihr den Text am Besten kritisiert und bewertet, könnt ihr auf folgende Punkte eingehen:

  • Zieht sich ein roter Faden durch den Text (Argumentationsgang)?
  • Ist alles klar definiert, oder ist manches zu schwammig?
  • Ist es klar, wie die Fragestellung lautet?
  • Beantwortet der Autor die Fragestellung auch umfassend und ohne Lücken?
  • Wie ist der Stil bei der Argumentation des Autors?
  • Was ist interessant und neu oder gibt es überhaupt neues?
  • Wie ist deine Meinung zu den Schlussfolgerungen? Sind sie nachvollziehbar?
  • Kann der Text empfohlen werden oder nicht?

Ihr müsst nicht alle Fragen beantworten, und das ist ja eigentlich auch nicht möglich. Aber versucht dem möglichen Leser ein so gutes Bild zu liefern wir nur möglich. Fragt euch am besten immer selbst, was ihr in einer Rezension über ein Buch erfahren möchtet um zu wissen, ob es die Zeit wert ist das Buch zu lesen. Dazu kann es schon nötig sein das Buch 2x zu lesen um es auch wirklich zu verstehen.

Tipp: Macht euch beim Lesen immer gleich Notizen. Am besten ist es, wenn ihr einen kopierten Text oder ein eigenes Buch habt, wo ihr Anmerkungen und Notizen hineinschreiben könnt.

Hier findet ihr noch ein Beispiel für eine Rezension.