Was und wie viel zitieren?

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UNI ABC auf studieren.atWas und wieviel zitieren? Das ist eine Frage die viele viele Studierende quält. Es gibt Studierende die zitieren fast nie, dann gibt es wieder welche, die fast alles zitieren. Manche verwenden bei einer 20seitigen Arbeit 3 Bücher, andere wieder brauchen hier schon mehr Bücher als andere in einer ganzen Diplomarbeit.

Prinzipiell gilt: Ebenso wie „Unterzitieren“ ist auch „Überzitieren“ ein schlechter Stil. Es müssen nicht auf jeder Seite 5 neue Bücher zitiert werden, überhaupt wenn in diesen eh nur sehr ähnliche Sachen stehen. Aber es soll auch nicht so sein, dass eine Seminararbeit auf 2 Büchern aufgebaut ist.

Wichtig ist, für jeden zu bearbeitenden Punkt jene, und nur so viele Bücher, heranzuziehen, die man benötigt um einen Punkt ausführlich und wissenschaftlich gut untermauert, abzuarbeiten. Mit der Zeit bekommt man hier normalerweise ein ganz gutes Gefühl. Bei manchen Themen kommt man um gewisse Bücher nicht herum. Die „Muss“ man zitieren. Bei allen weiteren Büchern muss ein gutes Mittelmaß gefunden werden.

Nicht die Quantität macht das Literaturverzeichnis aus, sondern die Qualität!

Zitate sollen auch immer von euch überprüft werden. Achtet darauf, dass ihr einem Autor nicht einen völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Gedanken unterstellt. Wenn ihr eine Paraphrase macht, kann das sehr leicht passieren.

Das direkte Zitat

Ein direktes Zitat bedeutet, wie es schon der Name sagt, dass eine Ausführung des Autors direkt aus dem Text übernommen wird. Verwendet werden direkte Zitate meist dann, wenn:

  • etwas besonders betont oder hervorgehoben werden soll.
  • weil durch die Paraphrasierung eine Verwischung des Sinnes des Inhaltes verursachen würde,
  • weil etwas ganz gut und treffend formuliert wurde und man diese Formulierung nicht verändern möchte.

Bei einem direkten Zitat ist zu beachten:

  • Exaktes Abschreiben! Das heißt nicht einmal ein Wort oder ein Buchstabe soll verändert werden. Auch wenn es sich um Rechtschreibfehler handelt sind diese zu übernehmen. Rechtschreibfehler dürfen aber als solche gekennzeichnet werden, damit der Leser weiß, dass nicht ihr euch verschrieben habt. Diese Kennzeichnung erfolgt meist so: (sic!).
  • Keine zu langen Zitate! Maximal 3-5 Zeilen. Durch das direkte Zitat soll ja nur etwas besonders hervorgehoben werden und nicht das gesamte Werk nochmals publiziert.
  • Ein direktes Zitat soll als solches besonders hervorgehoben werden. Ein kurzes Zitat wird gleich in den Text eingebaut. z.B. als Gliedsatz. Auch das gehört besonders gekennzeichnet z.B. durch Kursivschrift.
  • Längere wörtliche Zitate sollen besonders hervorgehoben werden
  • Direkte Zitate sind unter Anführungszeichen zu setzen.
  • Geht es über eine Zeile hinaus das komplette Zitat einrücken.
  • Zeilenabstand statt 1 1/2 nur einfach.
  • Kursive Schrift verwenden.

Wird im Zitat eine Auslassung vorgenommen ist diese auch besonders zu kennzeichnen. Das sollte durch dieses Zeichen erfolgen: (…). Runde Klammer mit 3 Punkten.

Wenn man etwas besonders hervorheben möchte, da es besonders wichtig erscheint, so ist auch das zulässig. Hervorhebungen können z.B. durch Fettdruck oder Kursivschrift erfolgen. Jedoch muss ich bei der Hervorhebung kennzeichnen, dass diese von mir gemacht wurde. Das erfolgt in einer Klammer. Beispielsweise so: (Hervorhebung durch den Verfasser). Sind im Originaltext schon Hervorhebungen enthalten, so müssen auch diese übernommen werden.

Auch Ergänzungen sind erlaubt. Das ist vor allem in solchen Fällen notwendig und richtig, wenn ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen ist. Auch das muss gekennzeichnet werden durch eine Anmerkung in Klammer.

Beispiele für direkte Zitate

Pernthaler, Peter (2006): Das Nationalitätenrecht Österreich-Ungarns. in: Pan, Christoph und Beate Sibylle Pfeil (Hg.) (2006): Zur Entstehung des modernen Minderheitenschutzes in Europa. Handbuch der europäischen Volksgruppen. Band 3. Wien: Springerverlag. S. 42-106.

Bei diesem Beispiel sieht man auch, dass der Satzteil der unter Anführungszeichen steht „landesüblichen Sprache“ durch einfache ersetzt worden ist: ´landesübliche Sprache´. Das geschieht deshalb, weil ja das gesamte Zitat schon unter Anführungszeichen steht.

„Straßen- und Ortsbezeichnungen prägen durch ihre Publikationswirkung maßgeblich den nationalpolitschen Charakter eines Territoriums als Siedlungsgebiet eines Volksstammes und sind äußere Zeichen der territorialen Verbreitung einer bestimmten Sprache als ´landesübliche Sprache´ (Pernthaler, 2006: 81).“

Wäre jetzt in dem Zitat aus dem Original ein Fehler enthalten oder wollte man eine Hervorhebung machen, so wäre das folgendermaßen zu kennzeichnen:

„Straßen- und Ortsbezeichnungen prägen durch ihre Publikationswirkung maßgeblich den nationalpolitschen Charakter eines Territoriums [Hervorhebung durch den Verfasser]als Siedlungsgebeit (sic!) eines Volksstammes und sind äußere Zeichen der territorialen Verbreitung einer bestimmten Sprache als ´landesübliche Sprache´ (Pernthaler, 2006: 81).“

Auch Auslassungen und Ergänzungen sind erlaubt. Diese erfolgen folgendermaßen:

„Straßen- und Ortsbezeichnungen prägen durch ihre Publikationswirkung (…) und sind äußere Zeichen der territorialen Verbreitung [der Volksstämme, Anmerkung des Verfassers] einer bestimmten Sprache als ´landesübliche Sprache´ (Pernthaler, 2006: 81).“

Indirekte Zitate

Mit direkten Zitaten solle man eher sparsam umgehen und diese wirklich nur ausnahmsweise verwenden wenn etwas besonders wichtig erscheint. Normalerweise werden eher indirekte Zitate verwendet. Bei einem indirekten Zitat werden im Prinzip die Gedanken des Autors übernommen. Diese sollen nicht interpretiert oder gedeutet werden, sondern der Inhalt des indirekten Zitates soll sinngemäß dem direkten Zitat entsprechen.

Formal ist die Verwendung von indirekten Zitaten nicht so vielen Anforderungen unterworfen wie direkte Zitate. Es werden:

  • keine Anführungszeichen verwendet
  • keine Einrückung vorgenommen und
  • kein kleinerer Zeilenabstand verwendet.

Dennoch soll ersichtlich sein, wo das indirekte Zitat beginnt und wo es endet. Am besten geschieht das durch einen Absatz. Zum Schluss wird in Klammer Angaben zum Buch und Autor gemacht. So kann vom Leser auch das indirekte Zitat in gleicher Weise nach verfolgt und überprüft werden wie das direkte Zitat.

Bleiben wir beim Beispiel, das ich beim direkten Zitat verwendet habe:

Direktes Zitat:

„Straßen- und Ortsbezeichnungen prägen durch ihre Publikationswirkung maßgeblich den nationalpolitschen Charakter eines Territoriums als Siedlungsgebiet eines Volksstammes und sind äußere Zeichen der territorialen Verbreitung einer bestimmten Sprache als ´landesübliche Sprache´ (Pernthaler, 2006: 81).“

Indirektes Zitat:

Der Autor sagt dazu, dass gerade die Bezeichnung von Orten und Straßen für eine Volksgruppe einen besonderen Status in der nationalpolitischen Frage hat, da diese ja öffentlich ersichtlich sind und nach außen hin zeigen, dass in diesem Gebiet auch die Sprache dieser Volksgruppe eine im Land übliche Sprache ist (vgl. Pernthaler, 2006: 81).