Was soll ich studieren? So klappt die Studienwahl.

Was soll ich studieren?Wie heißt es doch so schön – „Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Rund 1.000 Studiengänge gibt es an den Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Dass da bei vielen Schulabgängern zwangsläufig die Frage „Was soll ich studieren?“ aufkommt, ist sicherlich verständlich. Wir wollen dir nachfolgend ein paar Tipps an die Hand geben, wie du diese wichtige Frage beantworten kannst.

Deine Studienwahl ist wichtig – nimm dir Zeit!

Circa 30% aller Studierenden in Österreich brechen ihr Studium ab. Das ist eine sehr hohe Zahl und sie würde sicherlich stark sinken, wenn sich jeder, der sich für ein Studium interessiert, bei seiner Studienwahl richtig Zeit lässt und alle wichtigen Informationen sammelt. Oftmals wird als Grund für den Studienabbruch nämlich angegeben, dass im Studium gar nicht die Fächer und Inhalte auf dem Lehrplan standen, die man sich eigentlich unter dem Studiennamen vorgestellt hatte.

Dabei lässt sich dieses Problem recht einfach vermeiden, man muss sich nur sorgfältig informieren. Auf jeder Uni-, FH- und PH-Webseite stehen die Studienpläne als Download zur Verfügung. Und darin sind immer die Fächer aufgelistet, die man im Laufe des Studiums vermittelt bekommt. Wie man solch einen Studienplan liest, haben wir hier in unserem Artikel „Studienplan lesen und verstehen“ erklärt. Zudem solltest du dir nicht nur Studien mit dem exakt gleichen Namen anschauen oder nicht nur in deiner Region suchen, denn es kann sein, dass der für dich perfekte Studiengang eben nicht in direkt in deiner Stadt angeboten wird. Wie man sich richtig über die passende Studien und Hochschulen informiert, zeigt unser Artikel „Die Wahl des richtigen Studiums“.

Was soll ich studieren? Deine Persönlichkeit zählt

Damit du herausfindest, welches Studium das richtige für dich ist, gibt es mehrere Herangehensweisen. Wir haben wichtige Punkte als Ideenanstoß zusammengestellt. Am besten ist, du nimmst dir nun Zettel und Stift und schreibst in Ruhe die Punkte auf, die zu den folgenden Fragen passen.

Woran habe ich Spaß?

Was soll ich studieren?Das ist eine der wichtigsten Fragen. Oft liest man in Foren „Ich will Macht im Job haben und viel Geld verdienen – was soll ich studieren?“. Das ist aber die falsche Herangehensweise. Zunächst einmal sollten dir die Inhalte, die im Studium gelehrt werden, Spaß machen bzw. dein Interesse wecken. Mit einem Studium wie Finanzmanagement kann man vielleicht später mehr Geld verdienen als mit Sozialer Arbeit – aber das bringt dir nichts, wenn du gar keinen Spaß an den Tätigkeiten hast.

Überleg dir also in Ruhe, welche Schulfächer dich interessiert haben, welche Berufe du spannend findest (Anregungen gibt es z.B. in diesen Berufsbeschreibungen: BIC und AMS) und welchen Aktivitäten du in deiner Freizeit nachgehst. Schreibe alles auf, was dir einfällt – aussortieren kannst du später immer noch.

Was kann ich gut bzw. nicht so gut? Was sind meine Stärken und Schwächen?

Um dir weiterhin die Frage „Was soll ich studieren?“ zu beantworten, ist es auch wichtig, dass du deine Stärken und Schwächen kennst. Arbeitest du gerne im Team oder lieber in einem Einzelbüro? Bist du gerne viel unterwegs oder bevorzugst du es, in deiner Heimatstadt zu bleiben? Mit welchen Schulfächern bist du überhaupt nicht klar gekommen? Wer nämlich zum Beispiel in der Schule schlecht in Mathe und Physik war, wird in einem Studium wie Wirtschaftsingenieurwesen oder Maschinenbau sicherlich schnell an seine Grenzen stoßen.

Welche persönlichen Ziele verfolge ich?

Was ist dir eigentlich wichtig im Leben? Na klar, das Gehalt sollte reichen, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Aber darüber hinaus? Strebst du nach viel Geld, einer großen Karriere? Wie sieht deine Familienplanung aus? Denn du solltest bedenken, dass große Gehälter und eine tolle Karriere oft mit dem Verzicht auf Freizeit erarbeitet werden.

Neigung geht vor Arbeitsamt

Studienwahl: Studium wählenDu sitzt bei der Beratung in einem Berufsinfozentrum des Arbeitsamts und der Studienberater berichtet dir von tollen Gehalts- und Karriereaussichten nach dem Studium X? Dein Herz schlägt aber für Studium Y? Dann solltest du, wenn es nicht handfeste Argumente gegen Studium Y gibt, dich auch für das Studium entscheiden, für das du „brennst“. Denn, wie schon erwähnt, nur wenn dir die Fächer im Studium auch Spaß machen, wird dir das Lernen nicht zur Qual.

Wo habe ich die besten Berufsaussichten?

Bei der Überlegung, welche Studien für dich in Frage kommen, solltest du dennoch den finanziellen Aspekt nicht ganz außer Acht lassen. Es könnte dir helfen, wenn du dich zwischen mehreren Studien, die du interessant findest, entscheiden musst. Interessierst du dich z.B. für ein Studium im Ingenieurbereich, z.B. Maschinenbau, Bauingenieurwesen oder ein Architekturstudium, hilft dir das Wissen, das Architekten weniger verdienen und öfter arbeitslos sind als Bauingenieure und diese wiederum schlechter verdienen als Maschinenbauer sicherlich dabei, deinen Studienwunsch zu konkretisieren. Kommt Maschinenbau für dich hingegen nicht in Frage, gilt die oben genannte Parole, dass Neigung vor Arbeitsamt kommt.

Eltern als Ratgeber, aber nicht als Entscheider

Studienwahl: Eltern können helfenDie Eltern und auch Verwandten spielen bei der Entscheidung für ein Studium eine wichtige Rolle. Dennoch darf man sie nicht über-wichtig werden lassen. Man kennt die typischen Fälle, wo beide Elternteile z.B. Rechtsanwälte sind und ihre Tochter quasi dazu zwingen, auch Jura zu studieren. „Das ist solide“ oder „Damit machst du nie was falsch“ oder „Du wirst sehen, das Studium ist toll“ sind in diesem Fall typische Argumente. Oder auch die Drohung, das Studium nicht zu finanzieren, wenn es nicht ein Studiengang ist, den die Eltern ausgesucht und für passend befunden haben.

So schwer es ist, aber du musst dich hier durchsetzen. Deine Eltern können sehr gute Ratgeber sein, indem sie dir aus ihrem Berufsleben berichten und du so einen Einblick in die verschiedenen Jobs erhältst. Sie können auch Kontakte zu Freunden und Kollegen herstellen, die vielleicht in dem Beruf arbeiten, den du interessant findest und über den du mehr wissen willst. Aber am Ende ist die Entscheidung, was du studieren sollst bzw. möchtest, deine ganz persönliche Sache.

Trost: Man kann fast nicht komplett falsch liegen

Mach dir bitte von vorn herein folgendes bewusst: Dein Studiengang sollte zu dir passen, nicht andersrum! Such dir etwas zu dem du passt und verbieg dich nicht, weil Medizin vielleicht so viel Prestige hat oder man mit BWL “einfach alles” machen kann. Und falls du vor Studienbeginn immer noch nicht das Gefühl hast, auch wirklich das richtige Studium gewählt zu haben, gibt es auch noch einen Trost. Mit einem Studium ist man nämlich, egal was man studiert, immer etwas breiter aufgestellt. Es gibt Leute, die haben nach ihrem Sozialpädagogik im Marketing angefangen. Oder Mediziner, die in die Unternehmensberatung gehen. Oder Lehrer, die sich für einen Job im Marketing entscheiden.

Wichtig ist nämlich eben das, was du aus deinem Studium machst. Dazu gehören Praktika, freiwillige Mitarbeit bei Hochschulprojekten und sinnvolle Nebenjobs. Wenn du dich schon während des Studiums für andere Bereiche qualifizierst und später im Berufsleben glaubwürdig erklären kannst, warum du einen nicht so typischen Weg nach dem Studieren eingeschlagen hast, wirst du immer eine Berufsoption haben. Und daher ist die Frage „Was soll ich studieren?“ schon wichtig, aber auch keine Entscheidung über Leben und Tod.