Exposé

Das Studentenleben hat noch nicht mal richtig begonnen, das jagt bereits ein wissenschaftlicher Fachbegriff den Nächsten. Wir haben alle unbekannten Ausdrücke zum Thema Studium für dich gesammelt und liefern dir die passende Erklärung gleich mit dazu. Hier: Was ist ein Exposé?

Im Rahmen eines Seminars oder einer anderen Lehrveranstaltung an der Universität kann es vorkommen, dass man keine eigene wissenschaftliche Arbeit zu einem Thema schreiben muss, sondern sich "nur" überlegen so0ll, wie man eine wissenschaftliche Arbeit gestaltet und wie man vorgeht. Der Leser eines Exposés soll wissen, was die Fragestellung ist, wie der gesamte Text aufgebaut ist, welche Quellen es zu dem Thema gibt, welche Thesen man verfolgt, wie der theoretische Zugang ist und welche Methoden zur Beantwortung der Fragestellung verwendet werden. Die Quellen oder Literatur die man verwenden möchte, sollen in diesem Zuge nicht nur angegeben werden, sondern auch kommentiert. Das heißt, dass man Literatur nicht nur raussucht, sondern sich das Buch wirklich ansieht und dazu ein paar Worte schreibt, um was es darin geht und in welcher Weise es für die vorgesehene Arbeit nützlich sein kann.

Wichtig bei einem Exposé ist es auch, sich einen konkreten Zeitplan zu erstellen, in dem das Forschungsprojekt abgewickelt werden soll. Hier sind realistische Abschätzungen wichtig. Abhängig ist das natürlich davon, ob es ein Zeitplan für ein fiktives großes wissenschaftliches Projekt ist oder ob es der Zeitplan für meine Seminararbeit ist.

Exposés werden an der Universität sowohl für eigene Seminararbeiten (oder z. B. Diplomarbeiten) verlangt als auch für fiktive Arbeiten. Exposés für fiktive große Projekte sind eine gute Übung für das spätere Arbeitsleben. Auch bei Förderungen u. Ä. werden Exposés verlangt, in der gut dargestellt werden muss, was das Forschungsinteresse ist und warum es für die Wissenschaft wichtig ist, dass dieses Projekt verwirklicht wird.

Das Erstellen eines Exposés erfordert viel Vorüberlegung bis zur Verwirklichung. Bis zum Ende des Exposés soll man schon soweit ein Experte im Thema sein, dass ein schnelles Verfassen der Arbeit oder der Start zum Forschungsprojekt kein Problem mehr ist.

Als Hilfestellung, was du vor dem Schreiben des Exposés beachten solltest, haben wir hier ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

Vorüberlegungen zu einem Exposé

Eine jede wissenschaftliche Arbeit fängt einmal mit einer Idee und Vorüberlegung zu einem Thema an. Als erstes überlegt man sich ein Forschungsgebiet, in dessen Bereich man eine Arbeit schreiben möchte. Hat man ein Forschungsgebiet ausgesucht, überlegt man sich, was zu diesem Forschungsgebiet gehört:

  • Was ist mein Zugang zu diesem Forschungsgebiet?
  • Was möchte ich genau erforschen (Forschungsinteresse)?
  • Was gehört alles zu diesem Gebiet?
  • Was fällt mir alles zu dem Thema ein?
  • Welche Aspekte dieses Themas möchte ich nicht behandeln?
  • Was weiß ich schon alles über dieses Thema?
  • Woher bekomme ich Arbeitsunterlagen, Literatur und Hilfestellung zu dem Thema?
  • Warum ist dieses Thema für die Wissenschaft interessant?
  • Was ist im Zusammenhang mit diesem Thema noch wichtig zu wissen?

Dadurch sollte es schon möglich sein eine ungefähre Forschungsfrage zu entwickeln, die dann beantwortet werden soll. Hilfreich ist es immer, sich diese Vorüberlegungen aufzuschreiben, um einen Überblick zu behalten. Schon diese Vorüberlegungen benötigen einige Zeit. Man sollte immer möglichst realistisch vorgehen und gegebenenfalls die Vorüberlegungen unterbrechen, um weitere Informationen zu dem Thema einzuholen. Zum Schluss der Vorüberlegungen sollte man über das Forschungsgebiet insoweit Bescheid wissen, dass man sich hinsetzen kann, um das Exposé zu schreiben.

Welche Vorarbeiten sind für ein Exposé nötig?

Bevor du dich endgültig ans Schreiben des Exposés heranwagst, solltest du einen Entwurf anfertigen, was das Exposé alles enthalten soll. Dieser sollte enthalten:

  • Forschungsfrage
  • theoretische Herangehensweise
  • Methoden, die verwendet werden, um die Forschungsfrage zu beantworten
  • die voraussichtliche Gliederung der Arbeit
  • Ablauf der Argumentation
  • verwendete Quellen
    • am besten sind diese schon nach Quellentyp, Zugänglichkeit, Brauchbarkeit der Quellen usw. sortiert.
  • einen Zeitplan, eingeteilt in:
    • Vorarbeiten (Recherche, Lesen, usw.)
    • Erhebungs- und Schreibarbeit (Interviews führen, Fragebögen auswerten, Formulieren der Arbeit, usw.).
    • abschließende Arbeiten (Korrektur lesen, Überarbeiten, Unklarheiten in der Arbeit beseitigen usw.)

Welche Struktur soll ein Forschungsexposé haben?

Eine jede Arbeit, die ihr an der Universität abgebt, benötigt natürlich einmal eine Kopfzeile bzw. ein schönes Deckblatt mit allen wichtigen Angaben wie:

  • Name
  • Matrikelnummer
  • Studienkennzahl
  • Titel der Arbeit
  • Lehrveranstaltung
  • Lehrveranstaltungsleiter, usw.

Die Einleitung des Exposés

  • Beschreibung des Forschungsfeldes
  • Abgrenzung zu anderen Gebieten
  • Eingrenzung des Forschungsgebietes
  • Warum dieses Gebiet gewählt wurde
  • Interesse der Wissenschaft an diesem Forschungsgebiet

Als nächstes sollte eine Forschungsfrage formuliert werden

Wichtig ist es, dass die Forschungsfrage so formuliert ist, dass es möglich ist, diese im Rahmen der Forschungsarbeit zu beantworten. Hier ist zu beachten: Umso kleiner die Forschungsarbeit, umso kleiner die Forschungsfrage. Es ist nicht möglich im Rahmen einer Seminararbeit (ungefähr 20 Seiten) Fragestellungen zu beantworten wie "Welche Auswirkungen hat die Globalisierung auf die Länder der Dritten Welt?" Sicherlich kann ganz oberflächlich etwas dazu geschrieben werden, aber sie kann sicher nicht befriedigend beantwortet werden.

Möchte man trotzdem eine Arbeit in diesem großen Zusammenhang schreiben, sollte man Einschränkungen vornehmen wie:

  • Einschränkung auf ein bestimmtes Land/Region/Gebiet
  • Einschränkung auf einen bestimmten Zeitraum (Jahr/Jahrzehnt…)
  • Einschränkung auf eine Bevölkerungsgruppe (Frauen/Männer/Politik/usw.)

Je nach Fragestellung lassen sich die unterschiedlichsten Einschränkungen vornehmen. Oft glaubt man am Anfang des Studiums, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat, dass die Forschungsfrage zu eng ist, obwohl sie eigentlich schon zu groß ist. Mit der Zeit bekommt man aber eine ganz gute Übung darin.

Weiter soll die Fragestellung ganz klar formuliert werden. Jemand, der die Fragestellung liest, muss wissen, was du herausfinden möchtest. Um das eindeutig zu machen, ist es auch gut in einem weiteren Schritt des Exposés die verwendeten Begriffe zu erklären. Das heißt klar zu machen, was unter den verwendeten Begriffen zu verstehen ist und warum diese Begriffe wichtig sind.

Knackige Thesen formulieren

Als nächstes soll man seine Thesen oder Hypothesen (je nach verwendeter Methode) formulieren und dazu erklärend ausführen.

Im nächsten Schritt soll eine Literaturkritik erfolgen. Das heißt, du stellst deine gesichtete Literatur (oder anderes Forschungsmaterial) dar und beleuchtest diese nach der Verwendbarkeit kritisch.

Der Hauptteil des Exposés

Um eine Forschungsarbeit zu schreiben, muss man einen theoretischen Standpunkt vertreten, mit dem man einen Zugang zum Forschungsthema hat (wissenschaftliche Konzepte, theoretisches Wissen zum Forschungsproblem usw.). Je nach Art der wissenschaftlichen Arbeit werden verschiedene wissenschaftliche Methoden verwendet. Diese können qualitativ (Interviews, Textanalysen, ...) oder auch quantitativ (Statische Methoden, ...) sein. Dazu ist es wichtig eure Fragestellung zu "Operationalisieren". Das heißt, ihr erklärt, wie ihr mit eurer gewählten Methode (oder auch Methoden) die Fragestellung beantworten wollt und warum diese dafür geeignet ist.

Habt ihr auch das erledigt, zeigt ihr euren Gang der Argumentation. Das ist der eigentliche Hauptteil der späteren Arbeit in der die Darstellung des Themas, die Analyse und Interpretation enthalten ist. Das heißt, ihr zeigt hier nur, was ihr alles machen werdet in der Forschungsarbeit. Da ihr ja ein Forschungsinteresse verfolgt, und daher auch eine Vermutung habt, was die Ergebnisse sein werden, führt ihr eure Vermutung aus, wie die Ergebnisse sein werden. Da es sicher nicht möglich ist, schon alles Wichtige für die Forschungsarbeit im Exposé darzustellen, zeigt ihr im nächsten Punkt auf, welche Fragen noch nicht geklärt sind. Und zum Schluss, damit man auch sieht , dass ihr euch über den Aufwand der Arbeit im Klaren seid, stellt ihr euren Arbeitsplan/Zeitplan dar. Seid hier möglichst realistisch.

Wenn ihr diese Punkte alle abgehandelt habt, solltet ihr alle Anforderungen an ein Exposé erfüllt haben. Ist es dann auch noch vom Professor akzeptiert, steht eurer Forschungsarbeit nichts mehr im Wege.

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