Studienfinanzierung – So gelingt es dir, dein Studium zu finanzieren

Rund 600 – 1.000 Euro braucht man als Studierender in Österreich pro Monat, damit man seine Ausgaben decken kann. Die Summe beinhaltet unter anderem die Kosten für Wohnen, Lehrmaterial und Studentenleben.

Bei dieser hohen Summe ist es wichtig, alle möglichen Finanzierungsquellen in die Planung des eigenen Studiums einzubeziehen und sich somit den richtigen Finanzierungsmix zusammenzustellen. Wie man in der Studierenden-Sozialerhebung 2011 sieht, sind dabei die Eltern sowie ein studentischer Nebenjob die Haupteinnahmequellen:

Studienfinanzierung

Damit du dir einen Gesamtüberblick verschaffen kannst, haben wir nachfolgend alle Möglichkeiten zur Studienfinanzierung zusammengestellt:

Erster Ansprechpartner zur Studienfinanzierung: Die Eltern / Familie

Studienfinanzierung durch ElternDurchschnittlich 244 Euro erhalten österreichische Studierende monatlich von ihren Eltern bzw. der Familie überwiesen. Allerdings ist hier die Spanne sicherlich am größten, sie reicht von der Überlassung der Familienbeihilfe in Höhe von 130 Euro bis zur Komplettfinanzierung aller Kosten.

Um möglichst viel Unterstützung von zu Hause zu erhalten, lohnt es sich z.B. auch, die Großeltern nach einem Zuschuss zu fragen. Schon 20 Euro pro Monat können helfen. Oder ein großer monatlicher Fresskorb mit vielen Nahrungsmitteln auch. Diese Naturalleistungen machen immerhin auch 14% der durchschnittlichen Studienfinanzierung aus.

Staatliche Hilfe

Studienfinanzierung durch StaatGut ein Fünftel aller Studierenden bezieht eine staatliche Studienförderung. Je nach Unterstützungsform gibt es zahlreiche Bedingungen, die vorausgesetzt bzw. beachtet werden müssen, damit man als Student auch förderungsfähig ist. Die wichtigsten Punkte haben wir in einzelnen Artikeln zusammengefasst:

Bei den staatlichen Förderungen wie Familien- und Studienbeihilfe solltest du unbedingt die Zuverdienstgrenzen beachten.

Studentischer Nebenjob

Studentischer NebenjobWie du in der oben abgebildeten Grafik siehst, ist die Haupteinnahmequelle für den Durchschnittsstudenten in Österreich der studentische Nebenjob. Fast 70 Prozent der Studierenden arbeiten neben dem Studium und erwirtschaften damit 42 Prozent ihres monatlichen Einkommens. Unterschiede gibt es unter anderem bei der Studienart. Im Durchschnitt arbeiten Bachelor-Studenten nämlich neun und Master-Studenten 15 Stunden pro Woche.

Ein Studentenjob ist aber nicht nur für die Finanzierung der Studienkosten wichtig. Wenn du dich gezielt nach einer zu deinem Studium passenden Arbeit umschaust, wirst du viele wichtige Praxiserfahrungen sammeln und kannst auch schon Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen.

Fazit: Ein studentischer Nebenjob ist eigentlich Pflicht, auch wenn du eigentlich genug Geld von deinen Eltern oder aus anderen Quellen bekommst. Denn Arbeitgeber bevorzugen bei der Bewerbung diejenigen, die während des Studiums schon gearbeitet und somit Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt haben. Das sehen übrigens die Studierenden meistens genauso: 62% der der erwerbstätigen Studierenden geben in der Studierenden-Sozialerhebung 2011 nämlich an, aus dem Grund „Berufsorientierung“ zu arbeiten. Allerdings arbeiten auch 80% der Studierenden aus finanzieller Notwendigkeit (das sind rund 50% aller Studierenden).

Was gibt es ansonsten zu beachten bei einem studentischen Job? Unser Artikel „Studentenjob: Was du wissen solltest“ erklärt es. Außerdem kannst du in unserer Jobbörse gezielt nach passenden Jobs suchen.

Stipendien von Hochschulen, Firmen und Privatleuten

Studienfinanzierung StipendiumNeben den staatlichen Stipendien und Beihilfen gibt es noch zahlreiche andere Institutionen, die Studierende unterstützen. Dazu gehören sowohl Universitäten und Fachhochschulen, als auch Firmen, Stiftungen und sogar Privatleute.

Die Bedingungen für eine Vergabe unterscheiden sich von Stipendium zu Stipendium. Aber es lohnt sich durchaus, für eine erfolgreiche Studienfinanzierung einige Stunden mit der Recherche zu verbringen. Denn geschenktes Geld ist doch immer hilfreich.

Sozialfonds der Österreichischen HochschülerInnenschaft

Studienfinanzierung ÖHDie Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist die gesetzliche Vertretung der Studierenden. Für sie müssen alle Studierenden jedes Semester einen bestimmten Betrag bezahlen, in 2012 lag der Beitrag bei 17,50 Euro. Dafür kann man jedoch auch eine Reihe von Leistungen und Beratungen in Anspruch nehmen.

Für soziale Härtefälle hat die ÖH beispielsweise einen Fonds aufgesetzt, aus dem finanzielle Unterstützungen (ohne Rechtsanspruch) an Studierende bezahlt werden. In den folgenden Artikeln geben wir einen kurzen Überblick über die Förderungsmöglichkeiten sowie über die Voraussetzungen und die Antragstellung:

Studienkredite

Studienkredit aufnehmenWenn man trotz aller oben genannten Möglichkeiten zur Studienfinanzierung monatlich nicht genügend Geld auftreiben kann, um alle Kosten zu decken, gibt es auch noch die Möglichkeit eines Studienkredits. Er unterscheidet sich von einem herkömmlichen Kredit, weil es neben dem niedrigeren Zinssatz auch eine andere Auszahlungsmodalität gibt: Anstatt einer einmaligen Auszahlung der gesamten Kreditsumme erhält man monatlich gewisse Raten. Die Höhe der Raten ist zumeist variabel und die Auszahlung kann auch ausgesetzt werden, wenn etwa der Student in den Ferien Zeit zum Arbeiten findet und so selbst Geld verdient.

Für die Recherche nach dem passenden Studienkredit sollte man sich unbedingt Zeit nehmen und zudem auch eine Beispielrechnung aufstellen, welche Kreditsumme unbedingt notwendig ist. Das Augenmerk sollte auch auf der Höhe des Zinssatzes liegen, denn dieser kann von Bank zu Bank recht unterschiedlich ausfallen und dementsprechend unterschiedlich sind auch die späteren Belastungen bei der Rückzahlung.

Ein Beispiel für einen Studienkredit ist der der Festo Bildungsfonds. Was das ist und wer diesen beantragen kann, erfährst du hier.