Die verschiedenen Hochschulformen in Österreich – Ein Überblick

Uni FH Pädagogisch HochschuleSeit 1993 gibt es in Österreich die Möglichkeit, eine Hochschulausbildung nicht nur an einer Universität zu absolvieren, sondern auch an Fachhochschulen. Für beide Hochschularten gibt es jeweils gute Gründe. Damit du dich bei deiner Studienwahl besser entscheiden kannst, geben wir nachfolgend einen Überblick über die verschiedenen Hochschulformen in Österreich.

Staatliche Universitäten

Die Universitäten stellen die höchste Bildungsinstitution dar. An Unis gibt es in den meisten Studien keine Beschränkung der Studienplätze, hier kann man sich einfach inskribieren, ohne ein Auswahlverfahren zu durchlaufen.
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Fachhochschulen

Fachhochschulen bieten ein praxisnäheres Studium als Universitäten an und verlangen von ihren Studierenden meist Anwesenheitspflicht. Zudem sind die Studienplätze limitiert, so dass pro Studienjahr nur eine bestimmte Anzahl neuer Studenten aufgenommen werden kann. Deswegen gibt es an einer FH immer ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren.
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Pädagogische Hochschulen

Die Pädagogischen Hochschulen sind aus den Pädagogischen Akademien (PädAks) hervorgegangen. Wie der Name vermuten lässt, sind sie für die Ausbildung von zukünftigen Pädagogen (Lehrern, Berufsschullehrern) zuständig
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Privatuniversitäten

Privatuniversitäten bilden den kleinsten und auch den jüngsten Teil des österreichischen Hochschulsystems. Seit 1999 gibt es die Möglichkeit für private Bildungsanbieter, sich vom Akkreditierungsrat als Privatuniversität anerkennen zu lassen und damit akademische Studienabschlüsse zu vergeben.
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Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Institutionen?

Vor allem zwischen Unis und FHs bestehen verschiedene Unterschiede, die man bei seiner Studienwahl berücksichtigen sollte:

Aufnahme/Bewerbung

Bei Studiengängen, die an öffentlichen Universitäten angeboten werden, gibt es grundsätzlich keine Zugangsbeschränkungen. Es kann sich jeder inskribieren und sein Studium an der Uni beginnen. Das hat vor allem in den letzten Jahren zu sehr vollen Hörsälen geführt, unter der die Studienbedingungen leiden. Allerdings gibt es einige Studien, bei denen es den Universitäten erlaubt ist, Limitierungen durchzuführen. Das gilt z.B. für Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Psychologie.

Bei allen Studien hingegen, die an Fachhochschulen angeboten werden, sind die Studienplätze limitiert. Es gibt also keine unbegrenzte Anzahl an Studienplätzen und so kann es vorkommen, dass nicht jeder Bewerber auch mit dem Studium beginnen kann. Deswegen gibt es an einer FH immer ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Bei manchen Studiengängen ist der Andrang so groß, dass nur ein Bruchteil der Bewerber aufgenommen wird. Es gibt aber auch Studiengänge, für die sich weniger Interessenten bewerben, als es Studienplätze gibt und dann kann jeder Bewerber studieren.

Praxisnahe oder theoretische Studieninhalte

Die Fachhochschulstudiengänge haben den Anspruch, mehr Wert auf die berufspraktische Ausbildung zu legen und trotzdem wissenschaftlich fundierte Ausbildungen zu vermitteln. Dies bedeutet, dass die Studieninhalte also praxisnah gestaltet sind und man als Student direkt eine Verknüpfung zum Arbeitsleben gelehrt bekommt. Dazu gehört auch, dass im Studium oftmals ein Praxissemester oder zumindest ein Praktikum in den Semesterferien Pflicht ist.

Bei den Universitäten liegt der Schwerpunkt eindeutig mehr im Bereich der Wissenschaft. Vor allem, wer eine wissenschaftliche Karriere als Professor anstrebt oder mehr Wert auf die tiefgreifende Vermittlung von Lehrstoffen legt, ist an der Uni richtig.

Studienorganisation:

Die Studiengänge an Fachhochschulen sind stärker durchorganisiert als es die Universitätsstudien sind. Vor allem mit Blick auf die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Studiums lassen die Universitätsstudien in der Regel wesentlich größere Spielräume. Bei den Universitätsstudien ist in der Regel auch ein Einstieg im Sommersemester (Beginn im März) möglich, während dies bei den Fachhochschulen nur im Wintersemester (Beginn im September) möglich ist.

Vielfalt der Studien

Wie man sieht, gibt es zahlreiche Vor- und Nachteile der beiden Hochschulformen. Beachten muss man zudem auch, dass Fachhochschulen nicht alle Studien im vollen Umfang anbieten. Sie sind meistens eher technik- oder wirtschaftslastig. Universitäten bieten hingegen auch „kleine“ Studienfächer wie z.B. Afrikawissenschaften und somit ein größeres Angebot unterschiedlicher Studien an.