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Duales Studium in Österreich

Duales StudiumAuf der Suche nach dem richtigen Studium stolpern viele Studieninteressierte irgendwann einmal über den Begriff „duales Studium“. Doch aus Mangel an Wissen, was hinter dieser Form des Studierens steckt, wird das duale Studium als geeignete Studienform oft nicht in Betracht gezogen. Dabei bietet dein duales Studium viele Vorteile und ist eine gute Alternative zum „normalen“ Vollzeitstudium.

Um das Wissensleck zu beseitigen, klären wir hier auf, was es mit dem dualen Studium auf sich hat.

Was ist ein duales Studium?

Ein duales Studium ist die Verknüpfung zwischen praktischer Arbeit und Studium. Während des dualen Studiums absolvierst du Praxisphasen in Form einer Berufsausbildung oder eines Langzeitpraktikums in einem Unternehmen und Theoriephasen in Form eines Studiums in einer Hochschule oder Berufsakademie. Am Ende deines Studiums erlangst du den akademischen Studienabschluss Bachelor. Je nach Studienmodell kannst du sogar einen doppelten Abschluss vorweisen: eine anerkannte Berufsausbildung sowie den Studienabschluss Bachelor. Darüber hinaus verfügst du über eine optimale Mischung aus theoretischem und praktischem Wissen und Können.

Praxis- und Theoriephasen wechseln sich meist in regelmäßigen Abständen ab. Hier gibt es zwei verschiedene Varianten. Die erste Variante besteht aus Blockphasen. Hier bist du für einen Zeitraum von meist mehreren Wochen kontinuierlich im Betrieb und dann wiederum für den gleichen Zeitraum an deiner Hochschule.

Duales Studium im Blockmodell



Die zweite Möglichkeit ist das Wochenmodell. Hier bist du beispielsweise drei Tage im Unternehmen und zwei Tage der Woche an deiner Hochschule bzw. Berufsakademie.

Duales Studium Wochenmodell


Was unterscheidet ein duales Studium von einem normalen Studium?

Der wesentliche Unterschied zwischen dualem und „normalem“ Studium ist die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. Während sich Vollzeitstudenten in einer rein theoretischen Ausbildung befinden, lernen duale Studenten den Praxisalltag im Beruf schon während des Studiums kennen.

Anerkennung dualer Studiengänge

Der Abschluss eines dualen Studiengangs ist in der Wirtschaft voll anerkannt. In Österreich ist dieses Studienmodell noch im Aufbau. Bisher gibt es nur wenige Hochschulen und Akademien, die die Möglichkeit für ein duales Studium bieten. Aber das Angebot wächst und einige Unternehmen kooperieren bereits mit deutschen Hochschulen und Berufsakademien, um österreichischen Studenten die Möglichkeit eines dualen Studiums bieten zu können.

Schaut man sich die Beliebtheit des dualen Studiums in Deutschland an, wird deutlich, wie viel Potenzial das praxisorientierte Studium birgt. Hier hat sich die Anzahl an Unternehmen, die dual ausbilden in den letzten Jahren verdoppelt. Inzwischen bieten dort nicht nur große Konzerne wie Daimler, Bosch oder VW duale Studiengänge an, sondern auch immer mehr kleine Betriebe. Auch dies spricht für eine hohe Anerkennung. Eine gute Anlaufstelle ist die Seite www.Wegweiser-Duales-Studium.de.

Vorteil für die Unternehmen ist ganz klar, dass jeder Betrieb hochqualifizierte Fachkräfte mit akademischem Abschluss eigenständig ausbilden kann. Absolventen eines dualen Studiums bringen nicht nur spezialisierte Qualifikationen mit. Das duale Studienmodell fördert betriebswirtschaftliche Kompetenzen genauso wie Erfahrungen in der Projektarbeit sowie das nötige praktische Know-how des jeweiligen Fachbereichs.

Welche Studienvarianten gibt es?

Das duale Studium kann in drei Studienvarianten unterschieden werden.

Variante 1: Ausbildungsintegrierendes duales Studium

Das ausbildungsintegrierende duale Studium ist eine Kombination aus Ausbildung und Studium. Absolventen dieser Studienvariante verfügen sowohl über einen anerkannten Bachelor-Studienabschluss als auch über einen anerkannten Abschluss einer Berufsausbildung.

Variante 2: Praxisintegrierendes duales Studium

Das praxisintegrierende duale Studium ist eine Kombination aus Langzeitpraktikum und Studium. Studierende dieser Variante verfügen über hohes Praxiswissen und praktische Erfahrung genauso wie theoretisches Know-how. Allerdings schließt dieses Studienmodell nur mit einem Abschluss ab – dem anerkannten Bachelor.

Variante 3: Berufsbegleitendes Studium

Auch Berufstätige, die ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben, können ein Studium beginnen und dieses neben dem Beruf weiter ausüben. Diese Variation des dualen Studiums richtet sich weniger an Schulabsolventen als an bereits langjährig Arbeitende. Weitere Informationen zum berufsbegleitenden Studium findest du hier.

Welche dualen Studiengänge gibt es?

Die meisten dualen Studiengänge sind aus den Bereichen Technik, Wirtschaft und Gesundheit & Soziales. Die private Hochschule academia nova bietet beispielsweise die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik an. An der FH Johanneum haben duale Studenten die Möglichkeit den Studiengang Produktionstechnik und Organisation zu studieren. Darüber hinaus kooperieren viele österreichische Unternehmen, wie eingangs schon erläutert, mit deutschen Hochschulen und Berufsakademien. Welche Hochschulen sonst noch duale Studiengänge anbieten, findest du in unserer Datenbank.

Finanzierung des dualen Studiums

Finanzierung Duales StudiumDuale Studenten bekommen vom Unternehmen ein monatliches Gehalt. In welcher Höhe kann der jeweilige Betreib selbst entscheiden und im Ausbildungsvertrag festhalten. Aus diesem Grund kann das Einkommen dualer Studenten auch stark schwanken. Einige bekommen gerade einmal 400 Euro pro Monat, andere über 1000 Euro. Abhängig von der Höhe des Gehalts können Teile der monatlichen Lebenshaltungskosten selbst getragen werden und die Studenten sind weder auf staatliche noch auf familiäre finanzielle Unterstützung angewiesen. Dennoch ist es nicht unüblich, dass duale Studenten eine finanzielle Unterstützung zusätzlich zum Gehalt benötigen.

Einige Unternehmen übernehmen die Studienkosten ihrer dualen Studenten. Andere übernehmen Kosten für Lehrmaterialien oder Bücher. Die Übernahme dieser Kosten entlastet natürlich das Konto des Studenten zusätzlich. Eine weitere finanzielle Belastung kann hinzukommen, wenn Unternehmen und Hochschule nicht im selben Bundesland oder Land liegen. In diesem Fall kommen zusätzliche Kosten für Anfahrt, Kost und Logis hinzu, die bei der Finanzierung mit eingeplant werden müssen. Es ist nicht selbstverständlich, dass der Ausbildungsbetrieb diese Kosten übernimmt.

Auf der Suche nach dem richtigen dualen Studium musst du dich grundsätzlich von dem Gedanken befreien ein duales Studium sei der Schlüssel zum großen Geld. Im Vordergrund steht auch hier die Ausbildung und nicht das Einkommen – Qualität steht vor Quantität. Nach diesem Prinzip solltest du auch die Auswahl deines Ausbildungsbetriebs wählen. Die Höhe des Monatslohns ist kein Kriterium für eine gute oder schlechte Ausbildung. Die Vorteile und Nachteile des dualen Studiums haben wir hier noch einmal für dich zusammengefasst.