Studienfinanzierung mit Familienbeihilfe

Vor allem im Studium ist die Unterstützung durch die Familienbeihilfe eine der besten Möglichkeiten, um dir dein Studium zumindest teilweise zu finanzieren. Aber hier gilt es einige Dinge zu beachten, damit der Anspruch nicht verfällt. Was du tun musst, um während des Studiums Familienbeihilfe zu beziehen, erfährst du hier.

Mit der Familienbeihilfe hat die österreichische Regierung eine Möglichkeit für Eltern geschaffen, die Kosten, die durch den Unterhalt eines Kindes entstehen, auszugleichen. Diese Leistung erfolgt dabei unabhängig vom Einkommen der Eltern. Bisher haben wahrscheinlich deine Eltern den Antrag auf Familienbeihilfe gestellt. Nun wohnst du möglicherweise nicht mehr zu Hause und kommst überwiegend selber für deinen Unterhalt auf – dann kannst du die Familienbeihilfe beim zuständigen Finanzamt auch selbstständig beantragen.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen und Beantragung von Familienhilfe findest du auf der Seite des Bundesministerium für Familie und Jugend.

Familienbeihilfe – Was Studenten beachten sollten

Wann hat man Anspruch auf Familienbeihilfe?

Anspruch auf Familienbeihilfe für ihre Kinder haben Eltern, unabhängig von ihrem Einkommen, wenn sie:

  • österreichische StaatsbürgerInnen mit festem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich sind.
  • ausländische StaatsbürgerInnen sind, die eine Aufenthaltsberechtigung besitzen, oder Asyl erhalten haben.
  • ausländische Staatsbürger sind, die seit mind. 60 Monaten (= fünf Jahre) ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben.
  • ausländische Staatsbürger sind, mit deren Herkunftsland ein zwischenstaatliches Abkommen existiert.

Wird aus dem Ausland eine gleichartige Beihilfe bezogen, besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe. Österreichische StaatsbürgerInnen, die eine solche Beihilfe aus dem Ausland beziehen, die jedoch geringer ist als in Österreich, bekommen eine Ausgleichszulage nach dem Familienlastenausgleichsgesetz.

Anspruch auf Familienbeihilfe besteht nur wenn:

  • das Kind zum Haushalt der Person gehört, die Antrag auf Familienbeihilfe stellt.
  • die Person überwiegend den Unterhalt für das Kind leistet und
  • wenn keine andere Person Anspruch auf Familienbeihilfe für das Kind hat.

Die Haushaltszugehörigkeit besteht auch, wenn das Kind aufgrund von Berufsausübung oder -ausbildung an einem anderen Ort notwendigerweise wohnt.

Weiter darf sich das Kind nicht vollständig oder überwiegend im Ausland, mit Ausnahme der Mitgliedsstaaten der EU und des EWR, aufhalten. Wird jedoch eine Berufsausbildung im Ausland nachgewiesen und die anspruchsberechtigte Person trägt überwiegend den Unterhalt, so besteht auch weiterhin Anspruch auf Familienbeihilfe.

Wie hoch fällt die Familienbeihilfe aus?

Seit Jänner 2018 beträgt die monatliche Höhe der Familienbeihilfe pro Kind

  • ab Vollendung des 19. Lebensjahres 165,10 €
  • plus Kinderabsetzbetrag: 58,40 € pro Kind
  • Zuschlag für ein erheblich behindertes Kind: 155,90 €
  • Geschwisterstaffelung: Der Gesamtbetrag an Familienbeihilfe erhöht sich bei zwei Kindern um 14,20 € bei drei Kindern um 52,20 € bei vier Kindern um 106 € sowie um weitere Beiträge bei mehr Kindern.

Beziehst du die Familienbeihilfe selbst, beläuft sich diese jedoch einheitlich auf 165,10 Euro.

Du hast auch die Möglichkeit dir die Familienbeihilfe vom Finanzamt direkt auf dein Konto überweisen zu lassen. Hierfür bedarf es lediglich der Zustimmung der Person, die Anspruch auf Familienbeihilfe hat, also von deiner Mutter oder deinem Vater.

Zuverdienstgrenze bei Familienbeihilfe

Um Rückzahlungen oder gar die komplette Streichung der Beihilfe zu vermeiden, darf dein Netto-Einkommen als Student den Betrag von 10.000 Euro pro Jahr sein überschreiten.

Nicht eingerechnet werden hier:

  • Einkünfte, die vor oder nach dem Zeitraum erzielt werden, für den Anspruch auf Familienbeihilfe besteht
  • Lehrlingsentschädigungen
  • Waisenpensionen
  • einkommensteuerfreie Bezüge (z.B. Studienbeihilfe)
  • außerdem werden nach den Durchführungsrichtlinien das 13. und 14. Gehalt nicht berücksichtigt

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Altersgrenze beim Bezug von Familienbeihilfe

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs haben deine Eltern nur noch eingeschränkt Anspruch auf Familienhilfe. Bis zur Vollendung des 24. Lebensjahrs gibt es die Förderung unter anderem nur...

  • ... für ein Kind, dass sich in einer Berufsausbildung befindet.
  • ... für ein Kind, das in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet wird.
  • ... für Kinder, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, für die Dauer von drei Monaten nach Beendigung der Ausbildung, wenn in dieser Zeit weder der Präsenz- oder Ausbildungsdienst noch der Zivildienst geleistet wird.
  • ... für ein Kind für die Zeit zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn oder der Fortsetzung einer Berufsausbildung, wenn die Berufsausbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt begonnen oder fortgesetzt wird.

In Ausnahmefällen kann die Familienbeihilfe bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden, z. B wenn...

  • ... eine vollständige Studienbehinderung durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis (z.B. Krankheit) bewirkt. 
  • ... nachweisbar ein Auslandsstudium betrieben wird. 
  • ... eine Schwangerschaft vor dem 24. Geburtstag eintritt. 
  • ... Präsenz- oder Zivildienst abgeleistet wurde.
  • ... eine freiwillige Hilfstätigkeit bei einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrt mit Einsatzstelle im Inland absolviert wurde (Dauer: 8-12 Monate).

Regelmäßige Nachweise an das Finanzamt

Du musst regelmäßig Leistungsnachweise an das Finanzamt erbringen. Wichtig ist es, die vorgegebenen Nachweisfristen nicht zu verpassen, da dir sonst Leistungen gekürzt werden können!

Kannst du keine Fortschritte in deinem Studium nachweisen, wird das zu Unrecht bezogene Geld vom Finanzamt zurückgefordert. Wird die Familienbeihilfe vorsätzlich zu Unrecht bezogen, kannst du auch noch zusätzlich eine Geldstrafe bekommen.

Studienwechsel

Während du Familienbeihilfe beziehst darfst du dein Studium höchstens zweimal wechseln. Nimmst du öfters einen Studienwechsel vor, verlierst du den Anspruch komplett. Das vorangegangene Studium darf nicht mehr als zwei Semester belegt worden sein. Darum muss der Studienwechsel spätestens während der Zulassungsfrist des dritten Semesters erfolgen.

Nicht als Studienwechsel gelten:

  • wenn die Vorstudienzeit komplett in die neue Studienrichtung eingerechnet wird
  • Studienwechsel, der ohne Verschulden des Studierenden vorgenommen werden muss (z.b. bleibende Verletzungen bei einem Sportstudium)
  • Umstieg auf neuen Studienplan
  • Wechsel des Studienorts bei gleichbleibender Studienrichtung

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