Studienfinanzierung durch Studienbeihilfe

Laut der letzten Studierenden-Sozialerhebung bezogen 12 % aller Studierenden konventionelle Studienbeihilfe. Wer alles Anspruch auf diese Förderung hat, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und was du sonst noch beachten solltest, wenn du Studienbeihilfe beantragen willst, erfährst du hier.

Zunächst einmal sind in Österreich die eigenen Eltern gesetzlich dazu verpflichtet, ihr Kind bis zur „Erreichung der Selbsterhaltungsfähigkeit“, also bis zu dem Punkt, an dem ein eigenes ausreichendes Einkommen verdient wird, zu unterstützen. Da aber in Österreich jeder, der studieren möchte und die Voraussetzungen dafür mitbringt, die Möglichkeit haben soll ein Studium erfolgreich zu absolvieren, wurde die Studienbeihilfe geschaffen. Sie springt ein, wenn die Eltern und der Studierende nicht in der Lage sind, die Studienkosten hinreichend zu finanzieren.

Organisiert wird die Vergabe der Studienbeihilfe von der Stipendienstelle der Studienbeihilfenbehörde. Sie ist das zentrale Organ zur Vergabe von Studienbeihilfe, aber auch von Studienzuschüssen, Beihilfen für Auslandsstudien oder anderen Stipendien. Hier erhältst du auch detaillierte Auskunft zu spezifischen Fragen. Auch kannst du auf der Seite der Studienbeihilfebehörde alle notwendigen Formulare zur Beantragung von Studienbeihilfe downloaden oder deinen Antrag ganz einfach online einreichen.

Studienbeihilfe – alle Infos auf einem Blick

Wer wird mit der Studienbeihilfe gefördert?

Zunächst einmal ist die Studienbeihilfe natürlich für Österreicher/innen vorgesehen. Zusätzlich haben unter gewissen Bedingungen auch Studierende aus einem EWR-Land die Möglichkeit, gefördert zu werden.

Folgende Personen können Studienbeihilfe beziehen:

  • ordentliche Studierende an österreichischen Universitäten und Universitäten der Künste
  • Studierende an einer in Österreich gelegenen Theologischen Lehranstalt
  • ordentliche Studierende an österreichischen Fachhochschul-Studiengängen
  • ordentliche Studierende an österreichischen öffentlichen oder anerkannten privaten Pädagogischen Hochschulen
  • ordentliche Studierende an mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Konservatorien
  • Studierende an medizinisch-technischen Akademien und an Hebammenakademien

Bei der Festlegung, wer Studienbeihilfe erhält, setzt die Studienbeihilfenbehörde auf zwei Anspruchsvoraussetzungen. Das ist zum einen die „soziale Förderungswürdigkeit“ (geringes Einkommen, Familienstand und Familiengröße) und zum anderen „günstiger Studienerfolg“.

Hierzu zählen Faktoren wie z.B.:

  • Für das erste oder die ersten beiden Studiensemester ist die Aufnahme als ordentlicher Studierender nachzuweisen. Danach muss man Studienerfolgsnachweise vorlegen, also Bescheinigungen, dass man das Studium mit Ehrgeiz verfolgt und die Prüfungen auch überwiegend besteht.
  • Das Studium muss vor dem 30. Lebensjahr begonnen werden.
  • Man darf nicht schon ein Studium abgeschlossen haben und nicht mehr als zweimal den Studiengang wechseln.

Weitere Voraussetzungen für Studienbeihilfe:

  • Regelstudienzeit darf nicht mehr als ein Semester überschritten werden (Ausnahme z. B. bei Krankheit, Schwangerschaft, Erziehung eines Kindes bis zum sechsten Lebensjahr).
  • Studium muss vor dem 30. Lebensjahr begonnen werden (Ausnahmen bei Selbsterhaltern, Studierenden mit Kindern, Studierenden mit Behinderung und Beginn eines Masterstudiums).
  • Noch keine anderes gleichwertiges Studium (Bachelor- oder Diplomstudium) im In- oder Ausland abgeschlossen.
  • Nicht mehr als zwei Studienwechsel.

Wie hoch ist die Studienbeihilfe?

Bei der Berechnung der Studienbeihilfe wird von einem festen Betrag ausgegangen, den du zum Leben brauchst, der sogenannten "Höchststudienbeihilfe". Die dir zustehende Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. deinem Alter, dem Wohnort deiner Eltern, ob du Kinder hast oder verheiratet bist. Maximal kannst du mit bis zu 679 Euro im Monat gefördert werden. Die niedrigste monatliche Auszahlung beträgt 5 Euro, aber für diesen Betrag kannst du dir ehrlicherweise das Antragsprozedere sparen.

Die jährliche Höchststudienbeihilfe von 8.580 Euro erhalten alle Studierenden, die...

  • ... ihren Wohnsitz am Studienort haben.
  • ... die das 24. Lebensjahr vollendet haben.
  • ... Vollwaisen sind.
  • ... zur Erziehung mindestens eines Kindes gesetzlich verpflichtet sind.
  • ... verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind.
  • ... sich vor Studienbeginn vier Jahre mit einem Selbsterhalterstipendium finanziert haben.
  • Bei Studierenden mit Behinderung und Studierenden mit Kind erhöht sich dann die jährliche Studienbeihilfe. 

Kannst du eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllen, liegt der jährliche Höchstsatz bei 6.000 Euro.

Die Höchststudienbeihilfe verringert sich...

  • ... wenn du mehr als 10.000 Euro pro Jahr an Nebeneinkünften hast.
  • ... um den Betrag, den deine Eltern dich unterstützen können (gemessen am Einkommen der Eltern).
  • ... um den Jahresbetrag der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrags. Bist du über 24 wird dieser Betrag nicht abgezogen.

Zuverdienstgrenze

Auch wenn du Studienbeihilfe beziehst, darfst du nebenbei arbeiten oder musst dies vielleicht sogar, wie die Studienbeihilfe deine Lebenshaltungskosten nicht vollständig deckt. Hier ist es jedoch enorm wichtig, dass die Zuverdienstgrenzen beachtest, damit dir keine Leistungen gekürzt werden.

Folgende Punkte solltest du beachten:

  • Die Zuverdienstgrenze beträgt 10.000 Euro jährlich, welche sich um 3.000 Euro pro Kind erhöht, für das du unterhaltspflichtig bist.
  • Die Studienbeihilfe verringert sich nur, wenn die Zuverdienstgrenze während des Bewilligungszeitraums überschritten wird. Einkommen vor Beginn der Förderung hat keine Auswirkung auf die Höhe der Studienbeihilfe.
  • Die Zuverdienstgrenze verringert sich, wenn nicht ganzjährig Studienbeihilfe bezogen wird.
  • Zwischen Ferialeinkünften und Einkünften während des Semesters wird nicht unterschieden. 

Für den Bezug von Familienbeihilfe gelten andere Einkommensgrenzen.

Fristen

Die Anträge auf Studienbeihilfe können nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gestellt werden. Diese Fristen solltest du unbedingt einhalten, da du sonst finanzielle Einbußen hinnehmen musst, die in der Regel nicht mehr korrigiert werden können!

Fristen:

  • Für das Wintersemester: vom 20. September bis 15. Dezember
  • Für das Sommersemester: vom 20. Februar bis 15. Mai

Du kannst deinen Antrag auch außerhalb der Antragsfristen einreichen. Die Bewilligung erfolgt dann aber nur ab dem Folgemonat und nicht rückwirkend von Semesterbeginn an.

Besondere Regelungen gelten für die Auslandsbeihilfe und das Studienabschluss-Stipendium.

Deinen Antrag reichst du in der Stipendienstelle der Studienbeihilfebehörde ein. Diese Behörde ist für alle Anträge rund um die Studienbeihilfe, Studienzuschüsse und Beihilfen für Auslandsstudie zuständig. Ferner findest du hier weitere detaillierte Informationen zur Antragsstellung sowie alle nötigen Formulare.

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