Was soll ich studieren?
7 Tipps für die Studienwahl

Du hast die Matura in der Tasche oder bist kurz vor Abschluss und du fragst dich nun "Was soll ich studieren?" Wir können die Frage zwar nicht beantworten, aber unsere sieben Tipps können dir dabei helfen, dass du eine Antwort für dich findest.

Wie heißt es doch so schön – "Wer die Wahl hat, hat die Qual". Rund 3.600 verschiedene Studiengänge gibt es an den Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Dass da bei vielen Schulabgängern zwangsläufig die Frage aufkommt: "Was soll ich studieren?", ist verständlich. Wir wollen dir nachfolgend sieben Tipps mit auf den Weg geben, damit du das richtige Studium für dich findest.

Du suchst noch nach Inspiration für ein Studium? Dann wirf doch mal einen Blick in unsere Studien-Beschreibungen – dort findest du bestimmt ein passendes Studium für dich!

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Was soll ich studieren?
7 Tipps für die Studienwahl

Tipp 1: Nimm dir Zeit

Etwa 30 Prozent aller Studierenden in Österreich brechen ihr Studium ab. Diese hohe Zahl würde wohl sinken, wenn sich jeder Studieninteressent bei seiner Studienwahl Zeit lässt und alle wichtigen Informationen sammelt. Häufig wird als Grund für den Studienabbruch nämlich angegeben, dass im Studium gar nicht die Fächer und Inhalte auf dem Lehrplan standen, die man sich eigentlich unter dem Studiennamen vorgestellt hatte.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Auf jeder Uni-, FH- und PH-Webseite stehen die Studienpläne für jeden Studiengang zur Verfügung. Und darin sind die Fächer aufgelistet, die gelehrt werden. Wie man solch einen Studienplan liest, erklären wir in unserem Artikel "Studienplan und Wahl der Lehrveranstaltungen".

Zudem solltest du dir nicht nur Studien mit dem exakt gleichen Namen anschauen und nicht nur in deiner Region suchen. Es kann nämlich sein, dass der für dich perfekte Studiengang woanders eine anderen Namen hat und eben nicht in direkt in deiner Stadt angeboten wird.

Tipp 2: Informationsquellen anzapfen

Auf den Seiten von Universitäten und Fachhochschulen werden nicht nur die Studienpläne online gestellt, sondern auch alle relevanten Infos, die deine Studienwahl beeinflussen können. Welchen Abschluss erhältst du? Musst du Studiengebühren zahlen? usw.

In der Regel bieten Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen Infotage an, zu denen du persönlich erscheinen kannst. Auch hier erhältst du alle wichtigen Informationen und kannst deine Fragen loswerden. Wenn du mutig bist, schreibst du Studierende deiner Wunschhochschule in den sozialen Netzwerken an und bekommst so Infos aus erster Hand.

Viel Inspiration und Information findest du auf Studien- und Berufsmessen. Es gibt mittlerweile in ganz Österreich solche Veranstaltungen, die sich an Schulabgänger richten. Hier sind Arbeitgeber und Hochschulen an einem Ort versammelt und du kannst von Messestand zu Messestand gehen und dich beraten lassen.

Tipp 3: Deine Persönlichkeit zählt

Damit du herausfindest, welches Studium das Richtige für dich ist, gibt es mehrere Herangehensweisen. Wir haben wichtige Punkte als Ideenanstoß zusammengestellt. Am besten du nimmst dir Zettel und Stift und schreibst in Ruhe die Punkte auf, die zu den folgenden Fragen passen.

Woran habe ich Spaß?

Das ist eine der wichtigsten Fragen. Zunächst einmal sollten dir die Inhalte, die im Studium gelehrt werden, Spaß machen oder zumindest dein Interesse wecken. Mit einem Studium wie Wirtschaftsinformatik kann man vielleicht später mehr Geld verdienen als mit Sozialer Arbeit – aber das bringt dir nichts, wenn du gar keinen Spaß an den Tätigkeiten hast.

Überleg dir also in Ruhe, welche Schulfächer dich interessiert haben, welche Berufe du spannend findest und welchen Aktivitäten du in deiner Freizeit nachgehst. Schreibe alles auf, was dir einfällt – aussortieren kannst du später immer noch.

Wo liegen meine Stärken und Schwächen?

Eine weitere wichtige Frage ist die nach deinen Stärken und Schwächen. Arbeitest du gerne im Team oder lieber in einem Einzelbüro? Bist du gerne viel unterwegs oder bevorzugst du das Leben in deiner Heimatstadt? Mit welchen Schulfächern bist du gar nicht klargekommen? Wer nämlich in der Schule zum Beispiel schlecht in Mathe und Physik war, wird in einem Studium wie Wirtschaftsingenieurwesen oder Maschinenbau nicht glücklich werden.

Welche persönlichen Ziele verfolge ich?

Was ist dir wichtig im Leben? Na klar, das Gehalt sollte reichen, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Aber darüber hinaus? Strebst du nach viel Geld, einer großen Karriere? Wie sieht deine Familienplanung aus? Denn du solltest bedenken, dass große Gehälter und eine tolle Karriere oft mit dem Verzicht auf Freizeit erarbeitet werden.

Tipp 4: Deiner Leidenschaft folgen

Du sitzt bei der Beratung in einem Berufsinfozentrum und der Studienberater berichtet dir von tollen Gehalts- und Karriereaussichten nach dem Studium X? Dein Herz schlägt aber für Studium Y? Dann solltest du, wenn es nicht handfeste Argumente gegen Studium Y gibt, dich auch für das Herzensstudium entscheiden, für das du "brennst". Denn, wie schon erwähnt, nur wenn dir die Fächer im Studium auch Spaß machen, wird das Lernen nicht zur Qual.

Tipp 5: Den finanziellen Aspekt nicht ganz ignorieren

Bei der Überlegung, was du studieren sollst, solltest du den finanziellen Aspekt nicht ganz außer Acht lassen. Es könnte dir helfen, wenn du dich zwischen mehreren Studien entscheiden musst. Interessierst du dich zum Beispiel für Maschinenbau, Bauingenieurwesen und ein Architekturstudium, hilft es dir vielleicht zu wissen, dass Architekten weniger verdienen und schneller arbeitslos werden als Bauingenieure und diese wiederum schlechter verdienen als Maschinenbauer. Kommt Maschinenbau für dich hingegen nicht in Frage, gilt Tipp 4: Deiner Leidenschaft folgen.

Tipp 6: Frag deine Eltern um Rat, aber lass sie nicht entscheiden

Eltern und Verwandte spielen bei der Entscheidung für ein Studium eine wichtige Rolle. Dennoch dürfen sie dir die Entscheidung nicht abnehmen. Vielleicht kennst du solche Fälle, wo beide Elternteile das Kind in ihr Wunschstudium reinreden. "Das ist solide" oder "Damit machst du nie was falsch" oder "Du wirst sehen, das Studium ist toll" sind typische Argumente. Oder auch die Drohung, das Studium nicht zu finanzieren, wenn es nicht ein Studiengang ist, den die Eltern ausgesucht und für passend befunden haben.

So schwierig es sein kann, aber setz dich durch! Eltern können gute Ratgeber sein, indem sie dir aus ihrem Berufsleben berichten und du so einen Einblick in die verschiedenen Jobs erhältst. Sie können auch Kontakte zu Freunden und Kollegen herstellen, die vielleicht in dem Beruf arbeiten, den du interessant findest und über den du mehr wissen willst. Aber am Ende ist die Entscheidung über dein Studium deine ganz persönliche Sache.

Tipp 7: Du kannst fast nicht komplett daneben liegen

Der Studiengang sollte zu dir passen, nicht andersrum! Such dir etwas, zu dem du passt und verbieg dich nicht, weil Medizin vielleicht so viel Prestige hat oder man mit BWL "einfach alles" machen kann. Und falls du bei Studienbeginn immer noch nicht das Gefühl hast, wirklich das richtige Studium gewählt zu haben, gibt es noch einen Trost: Mit einem Studium ist man nämlich, egal was man studiert, immer etwas breiter aufgestellt als mit einer Ausbildung. Es gibt Leute, die haben nach Sozialpädagogik im Marketing angefangen. Oder Mediziner, die in die Unternehmensberatung gehen. Oder Lehrer, die sich für einen Job in der Wirtschaft entscheiden.

Wichtig ist das, was du aus deinem Studium machst. Dazu gehören Praktika, freiwillige Mitarbeit bei Hochschulprojekten und sinnvolle Studentenjobs. Wenn du dich schon während des Studiums für andere Bereiche qualifizierst und später im Berufsleben glaubwürdig erklären kannst, warum du einen nicht so typischen Weg nach dem Studieren eingeschlagen hast, wirst du immer eine Berufsoption haben. Und daher ist die Frage "Was soll ich studieren?" schon wichtig, aber auch keine Entscheidung über Leben und Tod.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei deiner Studienwahl!

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