Die verschiedenen Hochschulformen in Österreich – ein Überblick

Seit 1993 gibt es in Österreich die Möglichkeit, nicht nur an einer Universität zu studieren, sondern auch an Fachhochschulen. Für beide Hochschularten gibt es jeweils gute Gründe. Damit du dich bei deiner Studienwahl besser entscheiden kannst, geben wir nachfolgend einen Überblick über die verschiedenen Hochschulformen in Österreich und beantworten weiter unten die Frage, was der Unterschied zwischen Uni und FH ist.

Möchtest du generell einen Überblick über alle Hochschulen in Österreich haben, dann wirf doch einfach mal einen Blick in unsere große Datenbank; dort haben wir sämtliche Uni, FHs und Co. mit allen Studien gelistet.

Welche Hochschulformen gibt es in Österreich?

Staatliche Universitäten

Die staatlichen Universitäten stellen die höchste Bildungsinstitution dar. An Unis gibt es das größte Studienangebot und je nach Studienwahl kann man sich inskribieren, ohne ein Auswahlverfahren zu durchlaufen.

Studieren an einer Uni

Fachhochschulen

Fachhochschulen zeichnen sich durch ein praxisnahes Studium aus. Die Studienplätze sind limitiert, sodass pro Studienjahr nur eine bestimmte Anzahl neuer Studenten aufgenommen werden kann. Dann gibt es ein Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren.

Studieren an einer FH

Pädagogische Hochschulen

Die Pädagogischen Hochschulen sind aus den Pädagogischen Akademien (PädAks) hervorgegangen. Wie der Name vermuten lässt, sind sie speziell für die Ausbildung von zukünftigen Pädagogen (Lehrern, Berufsschullehrern) zuständig.

Studieren an einer PH

Privatuniversitäten

Privatuniversitäten bilden den kleinsten und jüngsten Teil des Hochschulsystems. Sie haben die Möglichkeit, sich von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Österreich als Privatuniversität anerkennen zu lassen und damit akademische Studienabschlüsse zu vergeben.

Studieren an einer Privatuni

Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Institutionen?

Ja, es gibt Unterschiede! Vor allem zwischen Unis und Fachhochschulen bestehen Unterschiede, die du bei deiner Studienwahl berücksichtigen solltest:

Aufnahme/Bewerbung

Bei Studiengängen, die an öffentlichen Universitäten angeboten werden, gibt es weniger Zugangsbeschränkungen. Je nach Studium kann sich jeder inskribieren und losstudieren. Das hat vor allem in den letzten Jahren zu vollen Hörsälen geführt, worunter die Studienbedingungen leiden. Es gibt aber auch Studien, bei denen es den Universitäten erlaubt ist, Limitierungen durchzuführen. Das gilt zum Beispiel für Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Psychologie.

Bei Studien hingegen, die an Fachhochschulen angeboten werden, sind die Studienplätze limitiert. Es gibt also eine begrenzte Zahl an Studienplätzen und so kann es vorkommen, dass nicht jeder Bewerber mit dem Studium beginnen kann. Deswegen gibt es an einer FH immer ein Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren. Bei manchen Studiengängen ist der Andrang so groß, dass nur ein Bruchteil der Bewerber aufgenommen wird. Es gibt aber auch Studiengänge, für die sich weniger Interessenten bewerben als es Studienplätze gibt und dann kann jeder Bewerber studieren.

Praxisnahe oder theoretische Studieninhalte

Die Fachhochschul-Studiengänge haben den Anspruch, mehr Wert auf die berufspraktische Ausbildung zu legen und trotzdem wissenschaftlich fundierte Inhalte zu vermitteln. Das bedeutet, dass die Studieninhalte praxisnah gestaltet sind und man als Student direkt eine Verknüpfung zum Arbeitsleben gelehrt bekommt. Dazu gehört auch, dass im Studium oftmals ein Praxissemester oder zumindest ein Praktikum in den Semesterferien Pflicht ist.

Bei den Universitäten liegt der Schwerpunkt eindeutig mehr im Bereich der Wissenschaft. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt oder mehr Wert auf die tiefgreifende Vermittlung von Lehrstoffen legt, ist an der Uni richtig.

Studienorganisation

Die Studiengänge an Fachhochschulen sind stärker durchorganisiert als es die Universitätsstudien sind. Vor allem mit Blick auf die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Studiums lassen die Universitätsstudien in der Regel wesentlich größere Spielräume. Bei den Universitätsstudien ist in der Regel auch ein Einstieg im Sommersemester möglich, während das bei den Fachhochschulen oft nur im Wintersemester möglich ist.

Vielfalt der Studien

Wie du siehst, gibt es einige Vor- und Nachteile der beiden Hochschulformen. Beachten musst du zudem auch, dass Fachhochschulen nicht alle Studien im vollen Umfang anbieten. Sie sind meistens eher technik- oder wirtschaftslastig. Universitäten bieten hingegen auch "kleine" Studienfächer (wie zum Beispiel Afrikawissenschaften) und somit ein größeres Angebot unterschiedlicher Studien an. Jedoch haben FHs besonders innovative Wirtschaftsstudien im Programm, weil sie stärker am aktuellen Arbeitsmarkt ausgerichtet sind als Unis.

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