Der Lebenslauf – Curriculum Vitae (CV)

Welche Informationen sollte der Lebenslauf enthalten? Worauf legen Personalverantwortliche besonders großen Wert? Darf ich im Lebenslauf lügen oder zumindest Stationen meines Werdegangs beschönigen? Diese und weitere Fragen werden in diesem Artikel beantwortet und helfen dir beim Erstellen deines perfekten Lebenslaufs!

Dein Leben auf zwei Seiten zusammengefasst, so könnte man deinen Lebenslauf beschreiben. Er ist deine Visitenkarte, dein Aushängeschild, deine Chance, mit deinen bisherigen Erfahrungen und Leistungen bei Personalverantwortlichen zu punkten.

Der Lebenslauf, oder auch kurz und international CV (für Curriculum Vitae), ist mit dem Anschreiben der wichtigste Teil der Bewerbung. Personalverantwortliche lesen oft nur oder zuerst den Lebenslauf und diesen noch nicht einmal ganz. Verschiedenste Kriterien können darüber entscheiden, ob es sich lohnt, deiner Bewerbung einen zweiten, intensiveren Blick zu schenken oder ob die Bewerbung direkt auf dem Absagestapel landet.

Der Lebenslauf:
Was reingehört und was nicht

Aufbau und Umfang

Laut Aussagen von Personalverantwortlichen verschiedener Unternehmen und Branchen sollte der Umfang eines Lebenslaufs drei DIN-A4 Seiten nicht übersteigen. Berufseinsteiger sollten sogar versuchen, sich auf zwei Seiten zu beschränken. Natürlich wächst die Länge des Lebenslaufs mit steigender Berufspraxis. In diesem Fall sind drei Seiten dann auch in Ordnung und gerechtfertigt.

Mitarbeiter der Personalabteilung haben in der Regel wenig Zeit. In der Kürze, die sie für die Durchsicht einer Bewerbung aufwenden (können), sollten alle relevanten Informationen auf einen Blick ersichtlich sein. Bewerbungen, die auf den ersten Blick nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen, landen oft ungelesen auf dem Absagestapel. Auch Bewerbungen, deren Lebenslauf fehlerhaft, unübersichtlich oder schlichtweg zu lang ist, werden negativ bewertet und aussortiert.

Aufbau des Lebenslaufs

Der Lebenslauf wird, sofern nicht anders gewünscht, tabellarisch aufgebaut. Auf Fließtexte sollte man verzichten, da das Lesen zu viel Zeit in Anspruch nimmt – Zeit, die Personaler meistens nicht haben. Außerdem ermöglicht ein Fließtext keine so strukturierte Übersicht wie ein tabellarischer Lebenslauf.

→ Persönliche Daten (Name und Anschrift – Geburtsdatum, Familienstand sowie Nationalität und Religionszugehörigkeit dürfen, müssen aber nicht angegeben werden.)

→ Berufserfahrung (chronologisch unter Angabe des Unternehmens, der Position und der Schwerpunkte) 3. Akademische und schulische Ausbildung

→ Weitere Qualifikationen (z.B. Sprach- und IT-Kenntnisse, Zertifikate, Zusatzausbildungen etc.)

→ Interessen (Hobbys)

→ Datum, Ort und (digitale) Unterschrift

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Zum Beispiel-Lebenslauf

Einzelne Stationen

Die einzelnen Stationen des Lebenslaufs sollten jeweils mit maximal fünf Stichpunkten belegen, was der Schwerpunkt bzw. das Hauptaufgabengebiet einer Tätigkeit war/ist. Des Weiteren sollten Angaben zu vorhergegangen Jobs, Ausbildungen und dem Studium mit dem Namen des Arbeitgebers bzw. dem Namen der Hochschule und dem Ort versehen werden. Studien-, Ausbildungs- und Schulabschlüsse werden unter Angabe der Abschlussnote eingefügt. Auch hier ist Zeit wieder der limitierende Faktor. Müsste der Personalverantwortliche zunächst das entsprechende Zeugnis suchen, um die Note zu finden, mindern sich deine Chancen, weiterhin im Rennen um den Job zu bleiben, gewaltig.

Foto – ja oder nein?

Das Foto sollte oben rechts im Lebenslauf oder auf dem Deckblatt zu finden sein. Allerdings scheiden sich die Geister, ob man seiner Bewerbung ein Foto beilegen sollte oder nicht. Einige Unternehmen wünschen das Foto unbedingt, andere finden es überflüssig. In einigen Ländern ist das Foto in der Bewerbung überhaupt nicht mehr erwünscht.

Natürlich ergeben sich aus dem Weglassen des Fotos Vorteile. Kurzschlusshandlungen, die durch den ersten Eindruck entstehen, werden vermieden. Denn letztlich kann vom Aussehen eines Bewerbers nicht auf seine Qualifikation geschlossen werden. Andererseits ist das Foto in der Kommunikationsbranche und in Berufen mit hohem Kundenkontakt gewünscht. Bewerbungen, die kein Foto enthalten, haben hier oft schlechtere Karten, auch wenn das offiziell kein Personaler zugeben darf.

Die Frage nach dem Foto ist heikel und schwer zu beantworten. Eine eindeutige Aussage kann man hier nicht treffen. Die Entscheidung, ob der Bewerbung ein Foto beigelegt wird oder nicht, ist natürlich eine persönliche Entscheidung, aber auch vom Unternehmen und der Branche, in der du dich bewirbst abhängig.

Und was ist sonst noch wichtig?

Genau wie das Anschreiben sollte auch der Lebenslauf auf jede Stellenanzeige individuell zugeschnitten werden. Vergleiche deinen Lebenslauf mit der Anzeige und überprüfe, ob du alle relevanten Informationen erfasst hast oder ob doch noch etwas fehlt.

Auch im Lebenslauf ist der richtige Ton wichtig. Was du auf jeden Fall berücksichtigen solltest: Schreib immer aktiv! Du warst ein paar Monate arbeitslos? Grundsätzlich kein Problem, wenn die Formulierung stimmt. Schreib nicht, dass du arbeitslos warst, sondern stattdessen, dass du arbeitssuchend warst. Die Bedeutung ist zwar dieselbe, aber der aktive Charakter der Arbeitssuche wirkt weitaus positiver als der Begriff der Arbeitslosigkeit.

Korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie Zeichensetzung sollten selbstverständlich sein.

Persönliche Angaben – was muss rein?

Zu einem Lebenslauf gehören unbedingt persönliche Angaben. Doch was muss das Unternehmen wirklich wissen und was darf ich verheimlichen bzw. weglassen? Muss der Personalverantwortliche jedes Details meines Lebens wissen?

Viele Details, die zu stark in die Persönlichkeitsrechte des Bewerbers eingreifen, gehen das Unternehmen nichts an. Dies betrifft vor allem Angaben zum Familienstand. Gerade junge Frauen geraten in Bewerbungsgesprächen oft in die Verlegenheit Angaben zu ihrer Familienplanung machen zu müssen.

Doch wenn es der es Job nicht zwingend erfordert, musst du keine Angaben zu deinem Gesundheitszustand oder potentiellen Kinderwünschen machen!

Angaben über den Familienstand müssen im Lebenslauf – und in der Bewerbung generell – nicht genannt werden! Sollte dich ein Personaler doch nach deinem Kinderwunsch fragen, musst du darauf nicht (wahrheitsgemäß) antworten.

Bei persönlichen Angaben darf man sich in einer Bewerbung durchaus bedeckt halten. Fehlende Angaben stellen in diesem Fall keine Lücke im Lebenslauf dar, sondern das gute Recht jedes Bewerbers.

Hobbys im Lebenslauf

Hobbys hat fast jeder. Ob schwimmen, lesen oder Theater spielen – was davon in den Lebenslauf soll, entscheidet jeder für sich. Fühlst du dich unwohl bei dem Gedanken, Dinge aus deinem Privatleben in deiner Bewerbung preiszugeben, dann verzichte auf die Angabe deiner Hobbys.

Übertreiben solltest du es aber auch nicht. Wer am Ende des Lebenslaufs mehrere Zeilen mit Hobbys füllen kann, löst beim Leser unwillkürlich die Frage aus, ob dieser Bewerber neben so viel Freizeitbeschäftigung überhaupt Zeit für einen Job hat.

Entscheidest du dich für die Angabe von Hobbys, solltest du spätestens fürs Vorstellungsgespräch eine Begründung parat haben, warum du genau dieses Hobby ausübst. Hast du viele Hobbys, nenne in der Bewerbung nur die, die dein Profil unterstreichen und unterstützen. Mannschaftssportarten stehen beispielsweise für teamfähige Kandidaten, oft sogar für durchsetzungsstarke Persönlichkeiten. Etwas vorsichtiger solltest du mit Angaben zu kirchlichem oder politischem Engagement sein – wobei diese bei manchen Arbeitgebern natürlich genau passend sein könnten.

Generell solltest du dir vorab immer überlegen, welche Assoziationen bestimmte Angaben beim Leser hervorrufen können und was dieser sich durch deine Hobbys für ein Bild von dir macht.

Allerdings werden Hobbys in Lebensläufen weit weniger interpretiert, als wir denken. Oft werden sie als netter Zusatz empfunden, der das Profil eines Bewerbers abrundet. Nicht selten werden Hobbys auch als Einstieg im Vorstellungsgespräch genutzt, um das Eis zu brechen.

Du kannst einfach von Unternehmen zu Unternehmen und von Bewerbung zu Bewerbung individuell entscheiden, ob du deine Hobbys im Lebenslauf preisgeben möchtest oder nicht.

Lücken im Lebenslauf versteckt man gar nicht. Man stellt sie ganz offen dar und erklärt sie. Auch Verschleierungstaktiken und Beschönigen sind der falsche Weg einen Job zu ergattern. Wenn du ein paar Monate arbeitslos warst oder ein Urlaubssemester genommen hast, dann gib diese Phasen auch im Lebenslauf an. Gleiches gilt für einen Ausbildungsabbruch oder Studiumsabbruch oder -wechsel.

Gibst du diese Phasen deines Lebens nicht an, mindert das einerseits deine Chancen, im Bewerbungsverfahren eine Runde weiterzukommen, andererseits fragt sich der Personaler, was du zu verbergen hast.

Die Frage, die es mit dem Lebenslauf und der Bewerbung zu beantworten gilt ist: „Wo kommst du her und wo willst du hin?“. Wenn deine Qualifikationen zur ausgeschriebenen Stelle passen, dann spielen kleinere Lücken keine Rolle. Gleiches gilt für so genannte Patchwork-Lebensläufe. Hast du ein wenig gebraucht, bis du den richtigen Studiengang oder das richtige Berufsfeld gefunden hast, ist das nicht zwingend ein Hindernis. Wichtig ist, dass du aus deinem bisherigen Lebensweg die wichtigsten Kompetenzen und Qualifikationen herausarbeitest und plausibel darstellst, warum dein Lebenslauf dich ausreichend für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.

Darf man im Lebenslauf lügen?

Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt, der eigene Anspruch schnell einen Job zu finden und die hohen Erwartungen eines Unternehmens an die Kenntnisse und Fähigkeiten eines Bewerbers, lassen viele zu unlauteren Mitteln greifen. Einträge im Lebenslauf werden „frisiert“, Lücken versteckt und die eine oder andere Note beschönigt. Heute wird fast alles getan, um einem Unternehmen zu gefallen und sich einen Job zu ergattern. Aber ist das erlaubt?

Was ist eine Lüge?

Um zu klären, ob man im Lebenslauf lügen oder zumindest ein paar Angaben verschönern darf, muss zunächst geklärt werden, wann wir von einer Lüge sprechen. Wann also ist eine Lüge eine Lüge? Eine Lüge ist eine bewusste Täuschung, die mit der Absicht geäußert wird, dass der Adressat diese glaubt. Hierdurch wird dem Adressaten eine Fehlvorstellung der tatsächlichen Umstände vermittelt. Lügen verschaffen dem Lügner einen persönlichen Vorteil.

Lügen gehören nicht in den Lebenslauf

In einer Bewerbung werden Lügen gerne eingesetzt, um einen Job zu bekommen. Noten werden verbessert, fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten aufpoliert, Aufgabengebiete der letzten Arbeitsplätze werden in ein besseres Licht gerückt und Hobbys erfunden.

Die meisten Lügen fliegen früher oder später auf. Personaler lesen Bewerbungen kritisch und erahnen meist schon, wo der Bewerber geschummelt haben könnte. Vollkommen übertriebene und unglaubwürdige Angaben lassen die Bewerbungsmappe auf dem Absagestapel enden. Wer doch den Sprung ins Vorstellungsgespräch schafft, wird hier meist als Lügner enttarnt – sofern er einer ist. Gezieltes Nachfragen zeigt schnell Wirkung: Bewerber werden hektisch und nervös, geraten in Erklärungsnot und verstricken sich immer weiter in ihrem Lügengeflecht.

Wo wird besonders gern gelogen?

Wo wird besonders gern gelogen? Beliebte Bereiche beim Lügen im Lebenslauf sind Hobbys, Soft Skills und die Aufgabengebiete des letzten Jobs. Während letztere gern aufgebauscht werden und Verantwortungsbereiche, die gar nicht vorhanden waren, hinzugedichtet werden, werden Hobbys und Soft Skills neu erfunden.

Du interessierst dich nicht für Opern? Kein Problem, aber bezeichne dich dann nicht als Opern-Experte in deinem Lebenslauf, nur weil dies gut ankommen würde! Das ist besonders blöd, wenn der Personaler sich in diesem Bereich auskennt und im Gespräch näher auf dieses Thema eingehen möchte. Spätestens hier hilft auch die beste Ausrede nicht mehr.

Wer bis zum Tag der Bewerbung noch nie aktiv mit Excel, Photoshop oder sonstigen Computer-Programmen gearbeitet hat, sollte auch im Lebenslauf nicht angeben, dass er ein Profi auf diesem Gebiet ist und die Funktionen des Programms im Schlaf beherrscht. Spätestens in der ersten Arbeitswoche fliegen auch diese Lügen auf.

Welche Konsequenzen drohen mir bei einer Lüge?

Die erste Konsequenz ist eine Absage. Das klingt natürlich nicht weiter dramatisch, doch man sollte gerade in kleineren Branchen damit rechnen, dass sich so etwas auch rumspricht. Für die nächsten Bewerbungen könnte es dann schlecht aussehen.

Es geht natürlich auch schlimmer. Wer Zeugnisse fälscht, macht sich strafbar und kann wegen Urkundenfälschung angezeigt werden. Auch wer nach Jahren im Beruf einer solchen Tat überführt wird, muss mit Konsequenzen rechnen, z.B. mit der Kündigung.

Ein bisschen Schönfärben ist erlaubt

Karriereberater und Personalverantwortlichen sagen, dass ein kleines bisschen Schönfärberei erlaubt sei, so lange der Kern der Sache erhalten bleibt. Wer aus einem mehrwöchigen Urlaub in Asien eine Sprachreise macht, macht sich nicht strafbar. Wer beim Vorstellungsgespräch allerdings kein Wort der erlernten Sprache sprechen kann, hat ein Problem.

Wo allerdings die Grenze zwischen Schönfärben und Schummeln verläuft, kann man nur schwer sagen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bei der Wahrheit bleiben.

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