Ph.D. / Doktoratsstudium in Österreich

Ein Doktorgrad ist die höchste akademische Auszeichnung, die man erlangen kann. Welche Voraussetzungen du für ein Doktor-/PhD-Studium erfüllen musst, in welchen Fachbereichen du promovieren kannst und welche beruflichen Möglichkeiten ein Doktor-Titel eröffnet, erfährst du hier.

PhD = Doktortitel?

Einen Doktorgrad bzw. den Grad des PhD (lateinisch für Philosophiae Doctor) erlangt man durch den Abschluss eines entsprechenden Doktoratsstudiums. Dieses ist in Österreich nur an Universitäten zulässig. Dennoch kannst du als FH-Absolvent ein Doktoratsstudium beginnen. Eigentlich sollte im Rahmen der Bologna-Reform der PhD den Doktor ersetzen, so wie es mit den Diplomstudien geschehen ist, die durch Bachelor und Master ersetzt wurden. Allerdings ist es österreichischen Unis freigestellt, ob sie den traditionellen "Dr." beibehalten oder den "Ph.D." einführen.

Oft richteten sich die PhD-Programme an die eigenen wissenschaftlichen Mitarbeiter einer Universität, während die Doktoratsstudien auch Studierenden offenstehen, die nicht an einer Universität beschäftigt sind. Auch sind die PhD-Programme meist "verschulter" als die Doktoratsstudien. Neben deinem Dissertationsprojekt, hast du hier noch an regelmäßigen Lehrveranstaltungen teilzunehmen.

Wer ein Doktoratsstudium abgeschlossen hat, kann sich zur akademischen Elite zählen und gilt als gesuchte Fachkraft. Natürlich liegt hier eine universitäre Laufbahn nah, aber auch außerhalb von Lehre und Forschung sind Absolventen eines PhD-Studiums gesuchte Mitarbeiter. Insbesondere in den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gehört es quasi zum "guten Ton" einen Doktortitel vorzuweisen, um entsprechende Führungspositionen übernehmen zu können.

Studien mit Doktor-/PhD-Abschluss in Österreich

Alles, was du zum PhD- & Doktor-Studium wissen musst

Voraussetzungen PhD-Studium / Doktoratsstudium

Um ein PhD-Studium zu beginnen, ist von dir zunächst eine Menge Eigeninitiative und Engagement gefragt.

Als Einstiegsvoraussetzung kommen verschiedene Vorqualifikationen infrage. Ein Master-Abschluss mit vorangehendem Bachelor-Studium zählt zu den am häufigsten anzutreffenden Eintrittspforten. Aber auch der Bachelor with Honours kann genügen, sofern die Abschlussarbeit mindestens mit "Cum Laude" bewertet wurde.

Dann solltest du am besten schon ein Thema im Kopf haben, in dem du promovieren möchtest. Vielleicht bist du in deinem Masterstudium schon auf ein interessantes Thema gestoßen, das du nun genauer untersuchen willst. Wähle dein Thema mit Bedacht und gehe sicher, dass es auch wirklich deine Leidenschaft weckt, denn schließlich musst du mindestens drei Jahre mit diesem Thema verbringen.

Wenn du ein Thema gefunden hast, gilt es nun einen Betreuer für deine Dissertation zu finden. Auch hier gilt es wieder mehr Zeit, bei der Suche nach einem Betreuer einzuplanen. Du bist nämlich garantiert nicht der Einzige, der einen Professor oder eine Professorin für seine Dissertation sucht. Meist ist es üblich, dass du dein Forschungsvorhaben in einem kleinen Exposé skizzierst und dem potentiellen Betreuer vorlegst.

Sind alle formalen Voraussetzungen erfüllt und du hast einen geeigneten Betreuer für deine Dissertation gefunden, kannst du nun mit deinem PhD-Studium beginnen.

Verschiedene Doktorgrade

Du kannst ein Doktoratsstudium in verschiedenen Fachbereichen absolvieren. Häufig kannst du in den folgenden Fachgebieten promovieren:

  • Doktorat der Naturwissenschaften (Dr. rer. Nat.)
  • Doktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. soc. oec.)
  • Doktorat der Technischen Wissenschaften (Dr. techn.)
  • Doktorat der Rechtswissenschaften (Dr. jur.)

Beim Doctor of Philosophy (Ph.D.) hingegen gibt es nur eine einheitliche Bezeichnung. Dabei werden mit diesem Titel nahezu alle Fächer abgedeckt und nicht bloß – wie der Name vermuten ließe – das Fach Philosophie. Das zutreffende Fach wird mit "in" angefügt, beispielsweise "Ph.D. in Arts and Science". Zudem wird der Titel hinter dem Vor- und Nachnamen seines Trägers geführt und nicht, wie der Doktortitel, vorangestellt.

Die wissenschaftliche Forschungsarbeit, die der Verleihung des Ph.D. vorausgeht, nimmt in Österreich drei Jahre in Anspruch. Das Führen des Ph.D.-Grades im Namen ist ganz normal möglich.

Je nach Land der Verleihung berechtigt der Titel Ph.D. bereits zu Lehrtätigkeiten an einer Universität oder Fachhochschule. Teilweise muss jedoch zusätzlich eine Lehrbefähigung bzw. Habilitation erfolgen.

Karriere nach dem PhD- / Doktoratsstudium

Ein PhD-Studium ist mit vielen Anstrengungen verbunden. Doch lohnen sich all die Entbehrungen und Mühen, die man während der Dissertation auf sich nimmt, hinterher überhaupt?

Ja, aber es kommt auf die Fachrichtung an. Wenn du zum Beispiel in Biologie, Physik oder Chemie einen Master hast, lohnt sich das anschließende Doktoratsstudium auf jeden Fall, auch wenn du keine akademische Laufbahn einschlagen willst. Hier eröffnet dir der Doktortitel meist sogar noch mehr Möglichkeiten. Gerade, wenn du als Naturwissenschaftler mittel- bis langfristig eine Führungsposition in einem Unternehmen anstrebst, wirst du nicht um ein PhD-Studium herumkommen. Auch als Mediziner fährst du mit einem Doktortitel besser. Und promovierte Juristen verdienen im Schnitt sogar 25 % mehr als ihre Kollegen ohne Doktortitel.

Anders sieht es da in den Geistes- und Sozialwissenschaften aus. Hier kann es für Absolventen eines Doktoratsstudiums unter Umständen eher schwieriger werden einen Job zu finden. Denn viele Personaler schätzen zwar die Fähigkeiten des selbständigen Arbeitens und Organisieren großer Projekte, aber dennoch achten sie mehr auf Praxiserfahrung. Oft gelten Absolventen eines PhD-Studiums auch als zu intellektuell, theoretisch und ggf. überqualifiziert.

Hinzu kommt der enorme Kostenaufwand einer Dissertation. Denn während du an deiner Doktorarbeit schreibst, verdienst du natürlich nicht so viel als wenn du schon voll berufstätig bist, da du dich in dieser Zeit meist nur mittels Stipendien oder Studienbeihilfe finanzierst.

Wer also promovieren will, sollte das auf keinen Fall aus einer Laune heraus tun und vorher genau abwägen, ob das PhD-Studium dir wirklich etwas bringt. Natürlich sollte bei allen wirtschaftlichen Überlegungen auch die Leidenschaft für dein Promotionsthema nicht zu kurz kommen.

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