Matura nachholen: Die Berufsreifeprüfung

Du möchtest ohne Matura studieren, die Matura nachholen und interessierst dich daher für die Berufsreifeprüfung? Was genau ist die Berufsreifeprüfung eigentlich? Welche Voraussetzungen musst du im Vorfeld erfüllen und wie läuft die Berufsreifeprüfung ab? Wir geben dir die Antworten auf alles diese Fragen und liefern dir hier noch zahlreiche Infos zu notwendigen Unterlagen und Kosten!

Inhaltsverzeichnis

Wie kannst du die Matura am besten nachholen? Ganz einfach: Die Berufsreifeprüfung entspricht einer vollwertigen Matura, die während oder nach der Lehre erlangt werden kann. Einen Teilbereich der Abschlussprüfung bildet berufliches Fachwissen, das bereits in der Lehre erworben wurde. Mit Abschluss der Berufsreifeprüfung ist man berechtigt, jeden Studiengang, der an einer Universität, einer Fachhochschule, einer Pädagogischen Hochschule, einem Kolleg oder einer Akademie angeboten wird, zu studieren.

Mit einem Studienabschluss eröffnen sich dir ganz neue Karrieremöglichkeiten. Aus diesem Grund gibt es viele Studieninteressenten, die mit Hilfe der Berufsreifeprüfung die fehlende Matura zum Studium ausgleichen wollen. Die Berufsreifeprüfung bringt dir nicht nur mehr Allgemeinwissen, sondern auch spezifisches Fachwissen und die vollwertige Chance zum Studium an einer Universität oder Fachhochschule zugelassen zu werden.

Wenn du die Berufsreifeprüfung absolvieren willst, musst du im Großen und Ganzen einzig eine Berufsausbildung in Form einer Lehre, einer dreijährigen mittleren Schule oder einer Meisterprüfung vorweisen können.

Berufsreifeprüfung: Alle Infos

Voraussetzungen

Bei der Berufsreifeprüfung handelt es sich um einen berufsbegleitenden Bildungsweg, der dir mit Abschluss eine vollwertige Matura ermöglicht. Um zur Berufsreifeprüfung zugelassen zu werden, ist ein Nachweis über einen der folgenden Abschlüsse notwendig:

  • Lehrabschlussprüfung
  • Land- und forstwirtschaftliche Facharbeiterprüfung
  • Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule (mindestens 3 Jahre)
  • Abschluss einer Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (mindestens 3 Jahre)
  • Abschluss einer Ausbildung im Bereich medizintechnischer Fachdienst oder Sanitätshilfsdienst (mindestens 30 Monate)
  • Land- und forstwirtschaftliche Meisterprüfung
  • Abschluss der 3. Klasse einer berufsbildenden höheren Schule und 3 Jahre Berufserfahrung
  • Abschluss eines Hauptstudiengangs an einem Konservatorium
  • Beamte in bestimmten Verwendungsgruppen

Des Weiteren können Schulabbrecher mit mindestens 3 Jahren Berufserfahrung zur Prüfung zugelassen werden.

Wichtige Unterlagen

Wer sich für die Berufsreifeprüfung anmelden möchte, muss folgende Unterlagen bei der Zulassungsstelle vorlegen:

  • schriftlicher Nachweis über die persönliche Qualifikation (z.B. Lehrabschlusszeugnis)
  • Geburtsurkunde
  • Zeugnisse oder Nachweise für den Erlass einzelner Teilprüfungen (z.B. Sprachzertifikate)

Ablauf

Wenn du die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Berufsreifeprüfung erfüllst, kannst du zur Berufsreifeprüfung antreten. Dabei stehen vier Teilprüfungen auf dem Programm. Einen festgesetzten Zeitraum gibt es dabei nicht. Das Tempo deiner Berufsreifeprüfung kannst du ganz selbstständig bestimmen. Die Vorbereitungskurse dauern jeweils zwei Semester. Aus diesem Grund musst du mindestens ein Jahr für die Berufsreifeprüfung einplanen. Die meisten Teilnehmer/innen schaffen die Berufsreifeprüfung in zwei Jahren.

Prüfung

Die Prüfung zur Berufsreife ist in vier verschiedene Teilprüfungen unterteilt:

  • Deutsch: schriftliche Klausur und mündliche Prüfung (Präsentation und Diskussion der schriftlichen Arbeit)
  • Mathematik: schriftliche Klausur
  • Lebende Fremdsprache: schriftliche Klausur ODER mündliche Prüfung
  • Berufsbezogener Fachbereich: schriftliche Klausur und mündliche Prüfung (geprüft wird das Wissen aus dem erlernten Beruf) ODER eine berufsbezogene Projektarbeit mit mündlicher Präsentation

Erworbene Zertifikate in einer lebenden Fremdsprache, Meisterprüfungen oder andere Fachausbildungen werden in einigen Fällen für die Berufsreifeprüfung angerechnet. Hierdurch entfallen ggfs. einzelne Teilprüfungen. Entschieden wird hierüber im Rahmen der Zulassung zur Berufsreifeprüfung.

Drei von vier Prüfungen können bereits parallel zur Berufsausbildung abgelegt werden. Die letzte Prüfung kann allerdings nicht vor dem 19. Lebensjahr absolviert werden, da dies das Mindestalter zum Erlangen der Berufsreife ist.

Prüfungsort

Die Berufsreifeprüfung ist eine Externistenprüfung. Dies bedeutet, dass sie ohne den Besuch eines Vorbereitungskurses in allen Teilbereichen abgelegt werden kann. In diesem Fall müssen alle Teilprüfungen an einer höheren Schule absolviert werden. Mindestens ein Teilbereich der Berufsreifeprüfung muss immer an einer höheren Schule vor einer Externistenprüfungskommission abgelegt werden. Hier muss auch der Antrag auf Zulassung zur Prüfung gestellt werden.

Alle weiteren Teilprüfungen können an Bildungseinrichtungen, an denen auch Vorbereitungskurse belegt werden können, abgelegt werden. Diese Einrichtungen helfen auch dabei, eine geeignete Schule zur Prüfung zu finden. In Wien ist alternativ der Stadtschulrat ein geeigneter Ansprechpartner, um eine Schule für die Abschlussprüfung zu finden.

Vorbereitungskurse

Vorbereitungskurse werden unter anderem vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), dem Berufsförderungsinstitut (bfi) und den Volkshochschulen (VHS) angeboten. Je nach Vorkenntnissen dauert es bis zum Abschluss durchschnittlich vier bis fünf Semester. Die Unterrichtszeit umfasst zwischen 120 und 160 Unterrichtsstunden.

Vorbereitungskurse sind Voraussetzung, wenn bis zu drei Teilprüfungen an einem Bildungsinstitut absolviert werden sollen.

Wer alle Teilprüfungen an einer höheren Schule absolvieren möchte und auf Vorbereitungskurse verzichtet, hat keinerlei Vorgaben für den Lernprozess. Jeder bereitet sich auf die Prüfungen so vor, wie es ihm angemessen erscheint.

Kosten

Die Berufsreifeprüfung selbst ist meistens kostenlos. Es fallen allerdings Ausgaben für die Vorbereitungskurse an. Die Höhe der Kosten hängt hierbei von den einzelnen Instituten und der Intensität der Kurse ab. Der Durchschnittspreis für Kurse in allen Teilfächern liegt insgesamt zwischen 3.000 und 4.000 Euro.

Förderungsmöglichkeiten

Die Berufsreifeprüfung wird von vielen Einrichtungen in allen Bundesländern in unterschiedlicher Höhe gefördert. Hierzu zählen unter anderem die Arbeiterkammer Wien, der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) und die Bildungsförderung des Landes Niederösterreich.

Einen Überblick über verschiedene Förderungseinrichtungen bietet die Datenbank zur Weiterbildungsförderung.

Lehre mit Matura

Unter dem Titel „Lehre mit Matura“ wurde 2009 ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das es Lehrlingen ermöglicht, parallel zu ihrer Ausbildung kostenfrei die Berufsreife zu erlangen. Die Kosten für Vorbereitungskurse entfallen vollständig. Voraussetzung, um an diesem Programm teilzunehmen, ist ein gültiger Ausbildungsvertrag. Auch hier kann die letzte Teilprüfung erst mit Vollendung des 19. Lebensjahrs abgelegt werden, während drei Teilprüfungen schon vorab parallel zur Lehre absolviert werden können.

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