Österreichische Hochschüler_innenschaft

Als Student in Österreich bist du automatisch über deinen Studienbeitrag bei der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) mitversichert. Was sie ist und welche Leistungen du für deinen Beitrag erhältst, erfährst du in diesem Artikel.

Was du zur ÖH wissen solltest

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) ist die gesetzliche Vertretung aller Studierenden (egal ob Universität, Privatuniversität, Fachhochschule oder Pädagogische Hochschule) in Österreich. Sie vertritt die Interessen der Studierenden unter anderem gegenüber verschiedenen Parteien und Ministerien (zum Beispiel Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung) sowie staatlichen Verbänden und natürlich auch der Öffentlichkeit.

Wie trete ich bei? Was muss ich zahlen?

Ähnlich wie beim österreichischen Kammersystem besteht in der ÖH eine Pflichtmitgliedschaft, für die pro Semester 19,20 Euro anfallen. Diesen Betrag bezahlst du gemeinsam mit dem Studienbeitrag deiner Hochschule jeweils vor Semesterbeginn. In der Summe enthalten, ist auch eine Unfallversicherung (70 Cent vom Beitrag), die einspringt, falls du zum Beispiel an der Hochschule oder auf dem Weg dorthin einen Unfall hast. 13 % deines Beitrags erhält die Bundesvertretung der ÖH, 87 % die Vertretung an deiner Hochschule.

Welche Hilfe kriege ich bei der ÖH?

Neben der erwähnten Unfallversicherung gibt es noch viele weitere Angebote, die dir die Österreichische Hochschüler_innenschaft bietet. Auf der Webseite findest du ausführliche Tipps und Infos rund um alle Themen des Studiums, vom Studieren mit Kind bis zum Steuerleitfaden. Außerdem bietet die ÖH persönliche Beratungen an und unterstützt Studierende in Not mit eigenen Sozialfonds. Um aus den verschiedenen Fonds Hilfeleistungen zu erhalten, muss man allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Wie ist die ÖH organisiert?

Die ÖH ist eine österreichweit tätige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Auch die Vertretungseinrichtungen an den Universitäten bilden jeweils eine eigene Körperschaft. Die Vertretungseinrichtungen an den Unis agieren deswegen autonom und sind nicht an Weisungen der österreichweiten ÖH gebunden. Die Vertretungen an den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen sind direkt an die österreichweite ÖH gebunden.

Organisiert ist die ÖH zum einen durch die Bundesvertretung, welche die Interessen aller Studierenden in Österreich vertreten soll. Zu diesem Zweck berät sie die Studierenden mit Hilfe verschiedener Referate (quasi Unter-Abteilungen) und gibt Hilfestellung durch Broschüren, die sämtliche studienrelevanten Themen abdecken.

In zweiter Ebene gibt es die ÖH an sämtlichen Universitäten als eigene Körperschaft. Hier ist sie auch gegliedert nach Universitätsvertretung – Fakultätsvertretung – Studienvertretung. Die Universitätsvertretung vertritt die Interessen für alle Studierenden der Universität. Dazu führt sie unter anderem auch Beratungen durch. Gewählt wird sie durch Listenwahlrecht.

Die Fakultätsvertretung koordiniert die Vertretung der verschiedenen Studienrichtungen einer Fakultät. Die Universitätsvertretung entscheidet über die Einrichtung dieser Vertretungsinstanz. Die Studienvertretungen werden persönlich gewählt und vertreten sowie beraten die Studierenden der einzelnen Studienrichtungen. Sie sollen die erste Anlaufstelle bei Problemen mit dem Studium sein.

Voraussetzungen zur Unterstützung durch den Sozialfonds der ÖH

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft hat für Studierende, die zum Beispiel in finanzielle Nöte geraten, eigene Sozialfonds eingerichtet. Diese decken quasi jeden Bereich des studentischen Lebens ab. Es besteht die Möglichkeit, alle zwölf Monate eine einmalige Unterstützung zu erhalten. Um aus einem dieser Fonds eine Unterstützung zu erhalten, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Wohnfonds

Hieraus kann man eine Unterstützung bekommen, wenn man eine eigene Wohnung seit mindestens drei Monaten hat und wenn die Wohnungsgröße sowie die Miete einem studentischen Wohnverhältnis entsprechen. Bei der Größe sind das ungefähr 20 m² pro Person ohne weitere Nebenräume. Die Höhe der Unterstützung richtet sich wieder nach der sozialen Bedürftigkeit. Die maximale Unterstützung im Jahr beträgt 1.000 Euro; für Studierende mit Behinderung oder Studierende mit Kind maximal 1.200 Euro pro Jahr.

Kinderbetreuungsfonds

Dieser Fond ist für studierende Eltern gedacht, die ein Kind pflegen oder erziehen. Für ein Ansuchen benötigt man unter anderem die Geburtskunde des Kindes, eine Bestätigung der Kinderbetreuungseinrichtung und eine Bestätigung über die tatsächlichen Kinderbetreuungskosten. Die Höhe der Unterstützung hängt von der sozialen Bedürftigkeit ab und kann bis zu 1.200 Euro im Jahr betragen.

Mediation

Eine Zuwendung aus diesem Fonds ist für jene Studierende gedacht, die einen gesetzlichen Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern haben, diese jedoch eine finanzielle Unterstützung ablehnen. In einem solchen Fall kann eine Mediation zwischen Eltern und Kindern helfen. Sozial bedürftige Studierende können die Kosten der ersten drei Mediationsstunden aus diesem Fonds bezahlt bekommen. Maximal werden 437 Euro erstattet.

Sozialfonds

Dieser Fonds ist für die Unterstützung von sozialen Härtefällen gedacht. Ein solcher Härtefall liegt vor, wenn der Studierende unverschuldet in eine soziale Notlage gerät. In einem solchen Fall kann man bis zu 1.200 Euro im Studienjahr von der ÖH erhalten.

Kinderfonds

Eine Unterstützung aus diesem Fonds ist für all jene Studierende mit Kind gedacht, die unterwartet einmalige Kosten für die eigenen Kinder zu decken haben. Dazu zählen beispielsweise Therapiekosten, Anschaffung von Möbeln usw. Eine Unterstützung aus diesem Fonds kann für ein jedes Kind von sozial bedürftigen Studierenden nur einmal bewilligt werden. Maximal beträgt die Unterstützung 1.200 Euro im Studienjahr.

Psychotherapie

Wenn man sozial bedürftig ist und eine psychotherapeutische Behandlung benötigt, springt dieser Sozialfonds ein. Voraussetzung für die Gewährung durch die ÖH ist, dass die psychische Beeinträchtigung so stark ist, dass das eigene Studium darunter leidet. Dies muss durch einen Arzt bestätigt werden. Im Weiteren muss die Krankenkasse auch einen Teil der Kosten übernehmen. Bis zu 1.000 Euro der in Anspruch genommenen Therapie können aus diesem Fonds erstattet werden.

Unterstützung von Studierenden mit Behinderung

Sozial bedürftige Studierende mit Behinderung können aus diesem Fonds eine Unterstützung beantragen, wenn der Behinderungsgrad mindestens 50 % beträgt. Die Unterstützung hängt vom jeweiligen Einzelfall ab und in welcher Form eine Unterstützung benötigt wird. Entstandene Mehrkosten werden mit bis zu 4.000 Euro im Studienjahr gedeckt. Vor der Gewährung einer Unterstützung aus diesem Fonds müssen sämtliche anderen Unterstützungsmöglichkeiten anderer Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Bundessozialamt, ausgeschöpft sein.

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